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In Oberursel trotzten die Narren dem Wind.

Oberursel

Karnevalisten trotzen stürmischem Wetter

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Veranstalter sagen Karnevalsumzug in Oberursel wegen Unwetter ab. Stürmisch gefeiert wurde trotzdem.

Der Karnevalclub Rheingauviertel legte sich in Wiesbaden mächtig ins Zeug.

Der Karneval bringt’s an den Tag, das war schon immer so. Überraschende Charaktere offenbaren sich im närrischen Geplänkel, der Narr und der Weise begegnen sich in friedlicher Eintracht. Und der Spaß an der Freude eint alle, die bereit sind, für einen Wimpernschlag des Universums die gewohnten Pfade zu verlassen. Zu Zigtausenden zog närrisches Volk am Wochenende durch die Straßen, jubelte beim Kinderumzug in Wiesbaden, stürmte Rathäuser mit voller Kraft in Bad Vilbel und in Rödermark. Über 1200 Narren zogen dort zur „Paragrafenburg“, um sie zu erobern.

Kinderumzug in Bad Vilbel.

Glück hatten die Karnevalisten vielerorts, weil Rathaussturm und Züge schon am Samstag über die Bühne gingen, Mut brauchten sie am Sonntag, um Sturmtief „Yulia“ zu trotzen. Die bittere Nachricht für die Närrinnen und Narrhalesen aus „Groß-Orschel“ trudelte gegen halb zehn auf allen verfügbaren Internetkanälen ein. „Taunus-Karnevalszug abgesagt!“, als Grund wird die „aktuelle Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes mit Windböen bis Stärke 8“ angegeben. Der Todesstoß für die närrische Großdemonstration, die Jahr für Jahr rund 40 000 Menschen in die Taunusstadt zieht. Als närrische Hochburg gilt Oberursel, aus dem gesamten Hochtaunuskreis, Nachbarkreisen und bis zu den „Kinzig-Geistern“ kommen sie stets in den Taunus. Mehr als 2500 Mitwirkende waren für den Fastnachtssonntag angekündigt, in 184 Zugnummern mit 64 Motivwagen, 103 Fußgruppen und Garden sowie 17 Musikzügen.

Mit traurigen Gesichtern zogen die Tollitäten ab, die trotzdem zum Empfang der Hoheiten gekommen waren. Das feierwütige Volk der Karnevalisten aber ließ sich vom Wind nicht schrecken, auch wenn es manch einen am Ende doch davongeweht haben mag. Hier und da schlossen sich kleine Gruppen zu Minizügen zusammen, ein Platz in der Stadtmitte wurde zur Partyzone für das Jungvolk, aus vielen Höfen und Kneipen in der Altstadt klang fröhliche „Feiermusik des Lebens“, wie man es sonst nur beim Brunnenfest im Sommer hört.

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