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Kämmerei-Leiter greift in die Stadtkasse

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Das Kronberger Rathaus in der altehrwürdigen Villa Bonn. Hinter ihren Mauern soll sich ein Angestellter selbst bedient haben.
Das Kronberger Rathaus in der altehrwürdigen Villa Bonn. Hinter ihren Mauern soll sich ein Angestellter selbst bedient haben. © FR/Djeddi

Ausgerechnet der Kämmerei-Leiter hat sich kräftig aus der Kronberger Stadtkasse bedient. Er hat inzwischen ein Geständnis abgelegt. Von Klaus Nissen

Von Klaus Nissen

Wegen Untreue im Amt ist der Kämmerei-Leiter der Stadt Kronberg im Hochtaunus vom Dienst suspendiert worden. Er habe mit fingierten Rechnungen rund 230.000 Euro aus der Stadt gezogen, bestätigte Doris Möller-Scheu von der Frankfurter Staatsanwaltschaft eine Meldung des Radiosenders ffh. Gegen den 46-Jährigen laufe ein Ermittlungsverfahren. Er habe ein Geständnis abgelegt.

Der Chef der vierköpfigen Finanzabteilung im Rathaus hat laut Staatsanwaltschaft seit Mai 2006 in 45 Fällen ohne Gegenleistung Geld aus der Stadtkasse an eine Management- und Wirtschaftsberatungsgesellschaft überwiesen. Im Jahr 2009 soll der Kämmerer auch Barschecks ausgestellt haben. Das Geld sei dann privat an den Beamten geflossen. Ein Mitarbeiter habe zum Jahreswechsel Verdacht geschöpft und Bürgermeister Klaus Temmen informiert. Der schaltete die Staatsanwaltschaft ein. Am 5. Januar durchsuchte sie das Büro und die Wohnung des Amtsleiters.

Der 46-Jährige Diplom-Verwaltungswirt arbeitete seit 1998 im Kronberger Rathaus. Falls er in den ersten Amtsjahren Geld aus der Stadtkasse veruntreut hat, ist dies laut Staatsanwaltschaft verjährt. Der 46-Jährige Amtsleiter genoss in der 18.000 Einwohner zählenden Stadt ein hohes Ansehen. Er war auch für die Wirtschaftsförderung zuständig und Wahlleiter, zuletzt bei der Bürgermeisterwahl im Sommer 2008.

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