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Kabale im Kulturamt

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Beate Fleige ist Kulturdezernentin von Bad Homburg.
Beate Fleige ist Kulturdezernentin von Bad Homburg. © FR/Müller

Es brodelt in Bad Homburgs Kulturverwaltung. Die Leiterin muss gehen, Dezernentin Fleige übernimmt jetzt vielleicht selbst die Regie. Von Martina Propson-Hauck

Von Martina Propson-Hauck

Es brodelt in Bad Homburgs Kulturverwaltung. Der Fachbereich Kultur und Bildung im Rathaus wird ab 1. August ohne seine Leiterin auskommen müssen. Ihr Vertrag wird nicht verlängert, wie Rathaussprecher Andreas Möring auf Anfrage bestätigt. Die Mitarbeiterin befindet sich noch in der Probezeit, die für Führungskräfte zwei Jahre lang dauert. Das Arbeitsverhältnis werde nicht fortgesetzt heißt es lapidar. Sie selbst war zu keiner Stellungnahme zu erreichen.

Die bisherige Leiterin war als Nachfolgerin des aus Altersgründen scheidenden Wolfgang Zöll vor zwei Jahren von der damaligen OB und Kulturdezernentin Ursula Jungherr (CDU) eingestellt worden. Die gelernte Archivarin war zuvor als Museumsleiterin und Stadtarchivarin im Kulturamt Bad Soden tätig gewesen. Der Wechsel an die Spitze der Kulturverwaltung in Bad Homburg kam einem Quantensprung gleich.

Dem Vernehmen nach gab es in Bad Homburg allerdings zunehmend Differenzen zwischen der Neuen und dem Geschäftsführer der Kur- und Kongress GmbH, Ralf Wolter, der seit Februar 2009 in Bad Homburg arbeitet. Die Kulturamtsleiterin sei nicht damit einverstanden gewesen, dass viele Veranstaltungen zunehmend an die Kur-Gesellschaft angedockt werden. Etwa der geplante Kulturbahnhof oder das erfolgreiche Poesie- und Literaturfestival vom vergangenen Wochenende. Kultur werde zunehmend an externe Anbieter delegiert, stimmen auch einige andere Kritiker in dieses Credo ein. Der Macher Wolter setzt auf hochkarätige Kulturveranstaltungen, die wirkungsvoll Publikum nach Bad Homburg bringen.

Kritik gab es auch an der von der Kur- und Kongress GmbH neu herausgegebenen Broschüre zum Bad Homburger Kultur-Sommer, die erstmals die Kultur-Höhepunkte der Stadt von Mai bis September zusammenfasst. Einige Veranstalter, wie etwa Siegfried Blasche von der Philosophischen Gesellschaft, der die Hölderlintage veranstaltet, fühlen sich übergangen, weil sie dort keine Aufnahme fanden. "Die Zusammenarbeit für die Broschüre war nicht so optimal, das können wir im nächsten Jahr sicher noch verbessern", sagt Möring.

"Wie es jetzt weitergeht, weiß ich noch nicht", sagt Kulturdezernentin Beate Fleige (BLB). Dennoch hat sie bereits konkrete Vorstellungen, für die sie im Magistrat in der nächsten Woche werben will. "Wir haben autarke Leute im Stadtarchiv oder im Museum, da brauchen wir eigentlich nur jemanden, der im Rathaus die Fäden in der Hand hält - aber nicht unbedingt eine neue Fachbereichsleitung", sagt Fleige. Sie könne sich vorstellen, als Dezernentin diese Oberaufsicht zu behalten. Aber nicht um zu sparen, sondern um das Geld innerhalb der Kultur umzuverteilen.

"Wir brauchen im Gotischen Haus und im Stadtarchiv dringend Verstärkung", sagt Fleige. Im Rathaus indes müsse mehr gestaltet statt verwaltet werden.

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