1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

Kabale endet mit Vergleich

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Die Leitungsposition für das Homburger Kulturamt wird neu ausgeschrieben. Doch die Stadt muss der ehemaligen Amtschefin vor Gericht entgegenkommen.

Von Martina Propson-Hauck

An die Spitze des Kulturamtes wird sie nicht mehr zurückkehren, doch bis zum 30. Juni 2011 muss die Stadt Bad Homburg ihr Gehalt weiterzahlen und ihr ein anständiges Arbeitszeugnis ausstellen. Mit diesem Vergleich endete am Dienstagvormittag vor dem Arbeitsgericht Frankfurt die Klage von Kulturamtsleiterin R. gegen die Stadt auf Wiedereinstellung.

Die heute 49-Jährige war zum 1. August 2008 als Fachbereichsleiterin Kultur und damit Nachfolgerin von dem in den Ruhestand gegangenen Wolfgang Zöll eingestellt worden. Zuvor hatte die gelernte Archivarin als Museumsleiterin und Stadtarchivarin in Bad Soden gearbeitet. Eingestellt hatte sie die damalige Oberbürgermeisterin Ursula Jungherr (CDU). Diese, so sagte R. in der Verhandlung, habe ihr ein Jahr später signalisiert, dass sie sich bewährt habe, und sie sei davon ausgegangen, dass sich damit die Probezeit erledigt habe. Im September 2009 trat Michael Korwisi (Grüne) das Oberbürgermeisteramt an und setzte wenig später Beate Fleige (BLB) als ehrenamtliche Kulturdezernentin ein.

Der OB habe ihr im Mai 2010 mitgeteilt, dass sie sich auf ihrem Posten nicht bewährt habe, der Vertrag, der eine zweijährige Probezeit für die Führungskraft enthielt, wurde nicht verlängert. Die Juristen stritten vor Gericht nun darum, ob die Probezeit nur für die Fachbereichsleitung oder für jedwede Anstellung bei der Stadt Geltung hatte. R. hätte als gelernet Archivarin gern auch im Stadtarchiv weitergearbeitet.

Die Kulturdezernentin habe nie mit ihr darüber gesprochen, dass sie mit ihrer Arbeit nicht zufrieden sei, sagte R. Seit dem 31. Juli ist sie nun arbeitslos und sieht wenig Chancen, aus dieser Position heraus eine neue Anstellung zu finden. Dass die „Kabale im Kulturamt“ – so betitelte die FR vor einem halben Jahr einen Artikel über den Fall der Kulturamtsleiterin – nicht beendet sei, behauptete R. vor Gericht. Ihre Stellvertreterin sei seit ihrem Ausscheiden krank, für die anderen Mitarbeiterinnen fielen „Berge von Überstunden“ an.

OB Korwisi bestätigte auf Anfrage, dass Überstunden notwendig geworden seien. Das Kulturamt habe im vergangenen halben Jahr hervorragende Veranstaltungen wie die erste Kulturnacht, die Einladung der Agnon-Nachfahren oder die Julius-Becke-Ausstellung in der Englischen Kirche organisiert. Für die Nachfolge von R. soll am Samstag die Stellenausschreibung erscheinen. Schwerpunkt soll nun nicht mehr unbedingt Archiverfahrung sein.

R. hofft nun, aus einem Anstellungsverhältnis heraus und mit ein wenig mehr Zeit wieder Arbeit zu finden.

Auch interessant

Kommentare