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Justament sucht Ehrenamtliche

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Von: Miriam Keilbach

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Cadalin spielt mit seiner Mentorin Brigitte Bysh ein Bewerbungsgespräch nach.
Cadalin spielt mit seiner Mentorin Brigitte Bysh ein Bewerbungsgespräch nach. © Martin Weis

Das Generationenprojekt Justament hilft Jugendlichen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Mindestens zehn neue Seniorpartner werden gesucht.

Verantwortung. Darum geht es in dem Generationenprojekt Justament. Altere Menschen übernehmen Verantwortung für jüngere und lernen im besten Fall dabei selbst noch etwas. Nun sucht das mit dem Deutschen Alterspreis ausgezeichnete Projekt mindestens zehn neue Seniorpartner, die Jugendlichen bei dem Weg ins Berufsleben helfen.

Bei Justament kommen Seniorpartner alle zwei Wochen in den Regelunterricht in die Schulen, gestalten zwei Unterrichtsstunden im Fach Arbeitslehre und kümmern sich je um drei bis fünf Schüler in Einzelgruppen. Im Realschulzweig sind die neunten und zehnten, im Hauptschulzweig die achten und neunten Klassen Zielgruppe. Der Stoff richtet sich nach dem Lehrplan, vor den insgesamt fünf Schulstunden im Monat gibt es eine Vorbereitung mit Lehrern und den anderen Seniorpartnern, danach eine Nachbereitung.

„Im ersten Halbjahr lernen die Schüler, ihre Stärken und Schwächen herauszuarbeiten“, sagt Sabine Schlue, Geschäftsführerin beim Verein für Internationale Jugendarbeit, der das Projekt betreut. Die Schüler machen unter anderem Tests zur Fremd- und Selbstwahrnehmung und sollen herausfinden, was ihnen liegt.

„Die zweite Phase ist die Praktikumsvorbereitung mit Bewerbungstraining“, sagt Schlue. Dabei üben die Seniorpartner Vorstellungsgespräche mit den Schülern, helfen ihnen bei der Kleiderwahl. „Aber es geht auch darum, welche Berufsfelder überhaupt mit dem Abschluss möglich sind“, sagt Peter Hartmann, Vorsitzender des Vereins. Dazu gibt es allgemeine Lebenshilfe. „Außerdem haben wir Kür-Themen, wo Seniorpartner ihre eigenes Know-How einbringen können, zum Beispiel durch Betriebsbesichtigungen“, sagt Schlue. Ziel ist es, die Jugendlichen in eine Ausbildung zu bringen oder sie an eine weiterführende Schule zu vermitteln.

60 neue Schüler der Integrativen Gesamtschule Stierstadt (IGS) werden im neuen Schuljahr 2013/2014 in das Projekt aufgenommen. Dafür braucht Justament mindestens zehn neue Seniorpartner. Zielgruppe ist die Generation 48+, aber auch Jüngere sind willkommen: Derzeit sind die insgesamt 46 Seniorpartner zwischen 32 und 76 Jahre alt. Sie betreuen 220 Kinder an der IGS, der Gesamtschule am Gluckenstein und der Friedrich-Stoltze-Schule in Königstein.

Am 28. Februar wird es dazu um 19 Uhr im Rathaus in Oberursel eine Informationsveranstaltung geben. Jugendliche erzählen von ihren Erfahrungen, Seniorpartner sind ebenfalls da. Dazu werden Thementische aufgebaut. Seniorpartner können aus jedem Beruf kommen, gesucht werden derzeit Handwerker, weil sie unterrepräsentiert sind. „Voraussetzung ist lediglich Interesse an jungen Menschen“, sagt Schlue. Sie sollten sich mindestens ein Schuljahr engagieren.

„Die meisten Seniorpartner sind im Vorruhestand oder im Ruhestand, sie freuen sich, dass sie eine sinnvolle und bereichernde Tätigkeit gefunden haben“, sagt Schlue. Seniorpartner werden zu Beginn eine Woche lang geschult, auch während der Projektlaufzeit können sie sich fortbilden lassen. Der Verein hat eine Datenbank mit aktuellem Infomaterial zum Beispiel zum Thema Bewerbungstrainign, auf das die Seniorpartner zugreifen können.

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