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Autorin Uschi Flacke vor dem Eingang zur Saalburg.
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Autorin Uschi Flacke vor dem Eingang zur Saalburg.

Interview mit Uschi Flacke

Junge Römer in der Saalburg

Die Autorin Uschi Flacke lässt in ihrem neuen Buch die Antike im Taunus lebendig werden. Was sie mit den Römern verbindet, erläutert sie im FR-Interview.

Sie schildern in Ihrem neuen Roman die Zeit kurz vor dem Fall des Limes. Welche Rolle spielt dabei die jugendliche Heldin Enya?Als Germanin verschafft sie sich, auf der Suche nach ihrem Geliebten, einen Zugang in die Saalburg. Durch ihre Augen sieht man das Römerkastell wie zum ersten Mal. Später wird das Mädchen verhaftet und nach Rom verschleppt.

Wie viele Bücher mit Schauplätzen im Taunus haben Sie geschrieben?Drei. Nach "Die Hexenkinder von Seulberg" und "Nebel über Kloster Thron" jetzt "Die Nacht des römischen Adlers".

Besteht da eine Vorliebe für historische Themen?Aber ja - das fasziniert mich! Die Neugierde ist mein Impuls. Wenn ich selbst zu einem Thema mehr wissen will. Und ich möchte auch Sachen machen, worüber es bisher noch nichts gibt.

Welche Vorbereitungen sind für einen historischen Roman vonnöten, wie ist der Ablauf?Zu Limes, Saalburg und römischer Zeit habe ich Forschungsberichte gelesen, Aufsätze analysiert, Führungen mitgemacht und mich ins Thema eingegraben. Ein Riesen-Spektrum. Der historische Rahmen ist bis ins Detail stimmig. Dann wird eine Konzeption verfasst und dem Verlag präsentiert, bei Zustimmung geht es an die Ausarbeitung.

Wie lange dauert es von der ersten Idee bis zum letzten Satz?Unterschiedlich. Die Recherchen erstrecken sich über Monate. Mindestens ein Jahr muss man veranschlagen. Und es sind immer Entdeckungen zu machen: Im Kolosseum zu Rom kämpften beispielsweise auch Gladiatorinnen. Diese Vorstellung, was die Römer alles erbaut haben - aber auch das Menschenverachtende.

Das aktuelle Varus-Jahr war ein Aufhänger für das Thema?Nicht nur. Es sind, woran kaum einer denkt, schließlich 1 750 Jahre vergangen, seitdem der Limes gefallen ist. Auch ein Jubiläum.

Wie kommen ihre geschichtlich grundierten Jugendromane beim Publikum an?Sie werden ja nicht nur von Jugendlichen gelesen, der Verlag gruppiert sie für All Ages ein. Ich kenne auch Erwachsene, die das gerne lesen. Auf jeden Fall ist die Nachfrage da, und die Bände stehen in vielen deutschen Museumsshops. Ich glaube allerdings, das Thema Fantasy zieht derzeit mehr als geschichtliche Erzählungen.

Sie haben ja als Kabarettistin angefangen.Das habe ich lange gemacht. Ich war immer viel unterwegs als Schauspielerin und Sängerin und habe auch fürs Fernsehen gearbeitet. Seitdem ich sesshaft geworden bin, schreibe ich Drehbücher und Romane für alle Altersstufen. Mein Schwerpunkt ist heute das Schreiben, von dem ich leben muss. Schreiben ist wie eine Meditation - man lernt dazu. Für die Bad Hersfelder Festspiele 2011 werde ich beispielsweise eine Revue, ein Spektakel zum Jubiläum, machen. Dazu noch viele Lesereisen und Vorträge an Schulen.

Gibt es etwas, dass Sie mit Ihrer Kunst vermitteln wollen?Schwierige Frage. Ganz wichtig ist, Lust auf Kreativität zu wecken. Ich will die Leute, besonders die Jugend, neugierig machen, sensibilisieren. Eine positive Atmosphäre schaffen. In den Schulen sehe ich viele allzu passive Jugendliche, die resigniert wirken. Die Kreativität wird heute kaum gefördert.

Worüber möchten Sie noch unbedingt schreiben?Ich kam mit zwölf Jahren in ein Internat, das von Nonnen geführt wurde. Unterdrückung zur Demut war dort Programm. Wie der menschliche Wille gebrochen wird - darüber will ich noch schreiben.

Interview: Olaf Velte

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