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Verfehlt: Okan Karasu, SPD-Rapper, hatte sich von seiner Popularität mehr versprochen.
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Verfehlt: Okan Karasu, SPD-Rapper, hatte sich von seiner Popularität mehr versprochen.

Bad Homburg

Junge Leute im Parlament

Tim Hordorff (CDU) ist mit 18 Jahren jüngstes Mitglied im Stadtparlament. Auch Jacob Donath von den Jusos ist mit dabei - der Rapper Okan Karasu allerdings nicht.

Von Martina Propson-Hauck

In der neuen Legislaturperiode wird das Durchschnittsalter der Stadtverordneten deutlich nach unten gehen. Der politische Nachwuchs strebte bei dieser Kommunalwahl ganz zielsicher ins Parlament und hat den Einzug nicht zuletzt durch die Möglichkeit der Stimmenhäufung auch in vielen Fällen geschafft.

Der Titel des jüngsten neuen Parlamentsmitglieds gebührt ohne Zweifel Tim-Daniel Hordorff, der gerade mal eine Woche vor der Wahl 18 Jahre alt geworden ist. Der Bad Homburger besucht die zwölfte Klasse der Philipp-Reiss-Schule in Friedrichsdorf und will im nächsten Jahr dort sein Abitur machen. Dann, so erzählt er im Gespräch mit der FR, wolle er Jura studieren, um sich später vielleicht einmal ganz der Politik zu widmen.

Politisch vorbelastet ist er familiär durch seinen Onkel Dirk Hordorff, der ebenfalls der Bad Homburger CDU angehört. Bekanntheit genießt Dirk Hordorff aber vor allem als ehemaliger Trainer und Manager des deutschen Tennisprofis Rainer Schüttler sowie als Präsident des Hessischen Tennisverbandes.

Von 40 auf 20 durchmarschiert

Dass Tim auch Tennis spielt, wenn ihm die Zeit dazu bleibt, ist also kaum verwunderlich. Allerdings tritt er in der Mannschaft für Seulberg an, nicht für den Homburger TC. Die ganze Familie habe ihn im Wahlkampf „großartig unterstützt“, sagt der Nachwuchspolitiker. Im Parlament will er nun die Jugend vertreten und „gegen Politikverdrossenheit unter Jugendlichen“ ankämpfen, wie er sagt. Er ist nicht nur der Jüngste, sondern auch derjenige, der am stärksten von der Möglichkeit profitierte, Stimmen zu häufen. Vom aussichtslosen 40. Listenplatz (die CDU erhält 20 Sitze im neuen Stadtparlament) wurde er von den Wählern auf 20 katapultiert.

Ohnehin gut platziert auf der CDU-Liste war der Kreis-Schulsprecher und ebenfalls erst 18-jährige Oliver Jedynak. Auch er wird den CDU-Altersdurchschnitt im Stadtparlament künftig kräftig senken.

Ungebremste Freude herrschte schon am Wahlabend auch bei der Grünen Jugend. Mit Laura Burkart (21) und Alexander Unrath (24) sind gleich zwei junge Leute unter den ersten fünf gelandet. Beide werden diesmal ins Parlament einziehen. Im OB-Wahlkampf vor knapp zwei Jahren waren die grünen Jugendlichen für Michael Korwisi im aktiven Dauereinsatz. Ein guter Listenplatz und das unerwartet gute Abschneiden der Grünen haben ihnen jetzt auch in die Stadtverordnetenversammlung geholfen.

Weil die SPD mit nur sieben Sitzen ihr Wahlziel deutlich verfehlt hat, schafft es von den Jungen voraussichtlich nur Jacob Donath in die Stadtverordnetenversammlung. Okan Karasu (18), angehender Reiseverkehrskaufmann und bekannt als der türkischstämmige Erfolgs-Rapper „Chikara“, wird als einer der Vorzeige-Wahlkämpfer auf der Strecke bleiben. Auf Platz neun wird er es wohl nicht ins Parlament schaffen. Er hatte mit seinem Popularitätsbonus offen kokettiert und wollte eigentlich von Listenplatz neun aus weit nach vorne durchstarten. Das gelang ihm nicht.

Nicht ins Parlament, aber durch Wählergunst um mehr als 20 Listenplätze deutlich nach oben kumuliert, wurden eher SPD-Senioren wie Wolfgang Zimmermann und Wolfgang Herder. Karl Heinz Krug, vor knapp zwei Jahren OB-Kandidat der SPD, empfahl sich diesmal als Bürgermeisterkandidat und schoss ebenfalls 21 Plätze nach oben, aber verfehlte einen Sitz. Den erhält er dafür im Kreistag.

Die meisten Stimmen (knapp 13 800) erhielt Daniela Kraft, die Fraktionsvorsitzende der Grünen. Alfred Etzrodt, CDU-Spitzenkandidat und ehemaliger Chefarzt der Frauenklinik, kam auf knapp 10800. Allerdings hatte die CDU auch 49 Kandidaten auf ihrer Liste, die Grünen nur 21.

BLB-Frontfrau und Kulturdezernentin Beate Fleige erhielt mit 4431 Stimmen deutlich mehr als FDP-Spitzenmann Wolfgang Hof ( 2709 Stimmen).

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