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Jugendliche in die Politik

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Von: Miriam Keilbach

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Die Jugend diskutiert im Bürgerhaus Kirdorf.
Die Jugend diskutiert im Bürgerhaus Kirdorf. © Sascha Rheker

Sozialdezernent Dieter Kraft kündigt Jugendbeirat an / Erste Wahl womöglich schon in diesem Sommer

Bad Homburg soll einen Jugendbeirat bekommen, kündigte Sozialdezernent Dieter Kraft (Grüne) am Donnerstagabend in der Stadtverordnetenversammlung an. Sieben bis 13 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren sollen daran teilnehmen, sagte Kraft.

Man habe sich Konzepte von anderen Städten angeschaut und auf Basis dessen ein eigenes Konzept erarbeitet, sagte Kraft auf eine Anfrage des Stadtverordneten und Junge-Union-Vorsitzenden Oliver Jedynak. „Wir wollten keinen Schnellschuss“, so Dieter Kraft auf die Nachfrage Jedynaks, warum nicht – wie im Sommer vergangenen Jahres versprochen – bis Ende 2012 ein Konzept vorläge. „Wir haben uns die Erfahrungen der anderen Städte angehört und machen einen Mix aus den besten Ideen“, sagte Kraft. Das habe einige Zeit gedauert, seit Januar gebe es aber eine Magistratsvorlage.

Die Jugendlichen sollen für zwei Jahre in den Jugendbeirat gewählt werden. Allgemeinbildende Schulen könnten Schüler benennen, aber auch Bad Homburger Jugendliche, die eine Schule außerhalb der Stadt besuchen, könnten sich um ein Mandat bewerben.

Der Entwurf sieht vor, dass der Vorstand eine Aufwandsentschädigung von 30 Euro pro Monat bekommt, der Protokollant von 40 Euro. Außerdem sollen die Delegierten 35 Euro pro Sitzung erhalten. „Außerdem wollen wir ihnen eine Urkunde oder Bescheinigung ausstellen, mit der sie bei Bewerbungen später ihr Engagement nachweisen können“, sagte Kraft. Die Delegierten sollen die Möglichkeit haben, Fortbildungsseminare zu besuchen.

Der Jugendbeirat soll für Jugendliche relevante Themen auf die allgemeine Agenda bringen. Vorbild ist das Jugendforum, das bislang von der Stadt organisiert wurde. Darin sammelten Jugendliche aus allen Bad Homburger Schulen Ideen für eine jugendfreundlichere Stadt. Heraus kam etwa der Wunsch nach dem Move and Groove Center, das im Postgebäude am Bahnhof entstehen soll.

Der Jugendbeirat wird ein Budget zur Verfügung gestellt bekommen, sodass er auch eigene Projekte umsetzen kann. Er wird unterstützt vom Fachdezernat, eine Mitarbeiterin sei dafür abgestellt, so Kraft. Sie kümmere sich jetzt schon darum, dass ein Jugendbeirat zum Schuljahresbeginn 2013/2014 seine Arbeit aufnehmen könne. Derzeit wird nach einem passenden Büro gesucht.

Die Magistratsvorlage wird laut Kraft in der nächsten Sitzung des Jugend- und Sozialausschusses eingebracht und steht dort zur Abstimmung. „Wir sind mit der Vorlage so weit, dass wir das Projekt im Sommer umsetzen können“, sagte Kraft. „Früher wäre das nicht gegangen.“

Ein Jugendforum wird es in diesem Jahr aber nicht geben, so Kraft. „Wir konzentrieren uns jetzt voll auf den Beirat.“ Das Jugendforum gibt es seit 2008 und fand bisher fünfmal statt. 2012 fiel es aus, weil die zuständige Mitarbeiterin nicht konnte. Die JU organisierte im vergangenen Sommer im Alleingang einen Jugenddialog, um mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Dort wurde klar, dass es an der Kommunikation zwischen den Jugendlichen und der Politik mangelt.

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