Hofheim

Die Jugend zieht ins Wasserschloss

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Neues Team der Hofheimer Jugendarbeit freut sich auf eine neue Basisstation.

Noch sind ein paar Handwerker bei der Arbeit, doch die Struktur ist schon klar erkennbar. Mit der kleinen Bühne gleich im Eingangsbereich, die Chill-Zone, aber auch Speakers Corner sein kann. Hell soll es sein im neuen Haus der Jugend, nur der Fußboden ist schwarz. Viele weiße Wände und weißes Mobiliar, Glas als Trennmaterial. Zwischen Flur und Tonstudio für das Jugendradio und um diejenigen zu schützen, die im neuen Schülerbüro an EDV-Arbeitsplätzen arbeiten können. Einen richtig schönen Platz bekommt die Hofheimer Jugend, wenn sie demnächst ins Wasserschloss umzieht. Einen Steinwurf nur entfernt vom alten Domizil in der Burgstraße.

Mehr als 800.000 Euro hat die Stadt investiert, um die einst von einem Weiher umgebene alte Burg im Zentrum mit neuem Dach aufzumöbeln und die Innenräume zu gestalten. Aber die Jugendarbeit ist kein rein „stationäres Arbeiten“, so Yasin Deniz, „wir gehen auch raus“. Aufsuchende Jugendarbeit und projektorientierte Arbeit in den Stadtteilen sind wichtige Stichworte.

Rund 4000 junge Menschen im Alter zwischen zwölf und 21 Jahren gehören der Zielgruppe in Hofheim an. „Alle Angebote sind für alle Jugendlichen, wir müssen sie gewinnen“, sagt Carmen Weber, die etwa das sehr erfolgreiche Jugendradio betreut, das einmal pro Monat auf Sendung geht.

Am kommenden Wochenende werden die jugendlichen Radiomacher beim Altstadtfest das komplette Bühnenprogramm auf dem Ludwig-Meidner-Platz mit Beiträgen von Vereinen und Nachwuchsmusikern moderieren. Gute Gelegenheit auch für das Team der städtischen Jugendarbeit, sich in der neuen Formation zu präsentieren. „Das Team ist jetzt komplett“, meldete Bürgermeisterin Gisela Stang gestern und brachte mehr als die Hälfte des siebenköpfigen Stabs gleich mit zum Vorstellungstermin der drei „Neuen“ mit anschließendem Blitzbesuch auf der Baustelle im Wasserschloss.

Mit straffällig gewordenen Jugendlichen hat Carolin Tonk schon während des Studiums gearbeitet; zuletzt war die 32-jährige Diplom-Sozialpädagogin in der stationären Jugendhilfe tätig, hat Jugendliche und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut. Yasin Deniz bringt Erfahrung aus der „Offenen Jugendarbeit“ in Eschborn mit, der 28-Jährige freut sich auf sein neues „herausforderndes Arbeitsfeld“. Simon Schmidt (32) unterstützt das Team, das durch Carmen Weber, Erkan Satir, Theresa Hochstädter und Susanne Bleistein komplettiert wird, in der kulturellen Jugendbildung. Laut Gisela Stang ist die Abteilung Jugendarbeit nun mit vier vollen Stellen, einer Verwaltungskraft, einer Stelle für Duales Studium und Vier-Stunden-Kraft Simon Schmidt besetzt.

„Die Tür im Wasserschloss wird immer offen stehen“, ist die Botschaft von Carmen Weber an alle Jugendlichen, das Angebot auch zu nutzen. Den offenen Treff für Mädchen, das Jugendradio, die sportlichen Treffs mit Fußball und Zumba-Fitness für Mädchen und die neue Beratung für Auslandsaufenthalte, um sich im Dschungel der nicht immer seriösen Angebote orientieren zu können. Auch neu ab Sommer: ein Nachmittagstreff mit Rollenspielen.

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