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Oberursel

Jens Uhlig lacht nicht mehr

Für den Jubel im Rathaus sind die Grünen und die Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) zuständig. Das Trendergebnis bescherte den beiden bisher kleinen Fraktionen fast eine Verdoppelung der Wählerstimmen.

Von Jürgen Streicher

Der Frühlingswind im Wahllokal hat die politischen Machtverhältnisse kräftig durcheinander gewirbelt und vor allem CDU und FDP arg gebeutelt, die keine Mehrheit mehr im Stadtparlament stellen werden. Das ist trotz der noch ausstehenden Auszählung der Personenstimmen offensichtlich. Die Wahlschlappe der bürgerlichen Koalition wird durch die Stimmen der kumulierenden und panaschierenden Wähler wohl nur gemildert.

„Ich weiß gar nicht, ob ich jetzt lächeln soll“, hatte CDU-Fraktionschef Jens Uhlig orakelt, als um kurz vor 19 Uhr die lokale Presse mit Fotograf anrückte. Nur ein paar Minuten später erstarb ihm das Lächeln im Gesicht, als das erste Trendergebnis aus der Kindertagesstätte Regenbogenland eintraf. Nicht mal 22 Prozent für die CDU, keine einzige Stimme für den Koalitionspartner FDP, die Grünen stärker als die CDU und die bei der Koalition längst unbeliebte Partnerin vergangener Tage, die OBG, bei 16 Prozent. Was in diesem Moment keiner so recht glauben wollte, bestätigte sich in den folgenden zweieinhalb Stunden eins ums andere Mal. Das Regenbogenland war der Trendsetter schlechthin, die CDU rappelte sich bis zum letzten Wahlbezirk immerhin auf knapp über 30 Prozent hoch. Ein Erdrutsch.

Schwimmbadfrage polarisiert

Mit dem Trendergebnis käme die bisherige Koalition aus CDU und FDP im 45-köpfigen Stadtparlament nur noch auf 16 Sitze. Die Grünen können derweil alleine mit zehn Sitzen (plus 5) planen, die OBG mit 7 (plus 3). Hat die Sportplatz- und Schwimmbadfrage die Richtung der Wähler entscheidend bestimmt? Jens Uhlig nennt sie als erstes, nennt den von CDU und FDP als „alternativlos“ bezeichneten Verkauf des Altkönigsportplatzes sogar „unpopulär“ und gesteht die Niederlage seiner Partei ein. Die Grünen sehen sich hingegen bestätigt, dass das „einfache Argument: ohne Sportplatz-Verkauf kein Hallenbad so nicht beim Volk angekommen ist“. Und die OBG, Verfechter von Sparprogrammen beim Bad und Gegner des Verkaufs, notiert 35,4 Prozent Wählerstimmen im direkten Umfeld von Sportplatz und Schwimmbad.

Im Rathaus-Sitzungssaal brandet Jubel unterdessen immer auf, wenn die Ergebnisse der Grünen auf der Großleinwand eingeblendet werden. Bei den Ortsbeiräten steht da auch schon mal eine 30 vor dem Komma. Ein historischer Triumph, 12,9 Prozent bei der Kommunalwahl 1993 waren bisher das Top-Ergebnis. Die FDP hingegen hat seit 1981 nicht mehr so schlecht abgeschnitten.

Das vorläufige Endergebnis mit erwarteten Schwankungen im niedrigen einstelligen Bereich wird am heutigen Abend erwartet. Die Wahlbeteiligung lag gestern mit 51,9 Prozent deutlich höher als 2006 mit 47,2 Prozent.

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