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Janos Kisgyörgi stellt im Malermuseum in der Kronberger Streitkirche aus.
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Janos Kisgyörgi stellt im Malermuseum in der Kronberger Streitkirche aus.

Porträt Janos Kisgyörgi

100 Jahre Malerei

Mit fast 100 Jahren porträtiert Janos Kisgyörgi immer noch am liebsten andere Menschen. Ein Teil seiner Werke ist ab sofort im Kronbeger Malermuseum zu sehen. Von Franziska Dallinger

Von Franziska Dallinger

Er ist ein sehr zierlicher Mann mit ordentlich zurückgekämmtem Haar und einer großen goldenen Brille. In seinem perfekt sitzenden grauen Anzug wirkt er wie ein Staatsdiener aus vergangenen Zeiten. Er sitzt in einem schwarzen Ledersessel gleich links neben der Eingangstür des Museums der Kronberger Malerkolonie. Seinen hölzernen Gehstock fest in den Händen haltend, unterhält er sich mit den Damen um die siebzig, die ihn umringen. Aufmerksam und mit großer Bescheidenheit lauscht er den Huldigungen seiner Person.

Janos Kisgyörgy ist Künstler und feiert am 5. September seinen 100. Geburtstag: ein Maler, der sich hauptsächlich mit Porträts beschäftigt hat. Seit fast einem gesamten Jahrhundert transportiert er nun schon das, was er sieht, auf eine Leinwand - immer unter dem Blickwinkel, den sich seine Auftraggeber von ihm wünschen. Seinen Stil der klassischen Malerei des 19. Und 20. Jahrhunderts hat er nie verändert. So als würde er das, was ihm seinen Lebensunterhalt auch in Zeiten seiner Kriegsgefangenschaft gesichert hat, mit viel Respekt bewahren wollen.

Seine Passion galt bereits sehr früh der Malerei, Janos Kisgyörgy wollte schon als Kind Künstler werden. Er hat sich mit seinem Berufswunsch aber nie über die Köpfe anderer hinweggesetzt.

So folgte er schon in jungen Jahren dem Wunsch seiner Eltern und und wurde Lehrer an der Königlich Ungarischen Kunstakademie - solange er nur malen konnte. Ihm ging es stets um die Kunst und ihr Handwerk, nie um ihn selbst.

Ganz anders wirken da die vielen Gesichter, die er in Öl und in kräftigen Farben verewigt hat. Die Porträtierten strahlen einem in der Ausstellung "100 Jahre Malerei aus Passion", die die Museumsgesellschaft Kronberg zu Ehren des Künstlers veranstaltet, mit Stolz entgegen.

Eines der Gemälde sticht sofort heraus, das Porträt seiner Frau. In natürlichen Farben und einem schönen Licht lächelt sie die anderen Exponate in den Hintergrund. Die Freiheit, mit der der Künstler hier vorgehen konnte, ist förmlich zu spüren. Es ist die Unaufdringlichkeit dieses Porträts, die sich auch in seiner Persönlichkeit widerspiegelt.

Bis heute malt er täglich mindestens zwei Stunden an verschieden Werken. Eine kleine Handverletzung, die er sich im Frühjahr zugezogen hat, erschwert ein wenig seine künstlerische Arbeit.

Doch richtig beschweren möchte er sich darüber auch nicht: "Ich genieße das Malen bis heute noch sehr und stecke viel Herz in meine Arbeit", sagt er kurz. Das Geheimnis seines langen Lebens mag in seiner tiefen Zufriedenheit liegen.

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