1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

Per Internet zum Kita-Platz

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Götz Nawroth-Rapp

Kommentare

Kinder in der Kita Zauberwald in Oberursel.
Kinder in der Kita Zauberwald in Oberursel. © Monika Müller

Die Städte Bad Homburg und Oberursel kooperieren beim Onlineverfahren für Kinderbetreuung. Über das Portal Little Bird können Eltern ihre Kinder nun bis zu zwei Jahre im Voraus anmelden.

Geübte Online-Shopper kennen das: Ein paar Mausklicks, und die gewünschten Schuhe, Bücher oder DVDs kommen per Post ins Haus. So einfach soll es in Bad Homburg und Oberursel von nun an auch sein, einen Kita-Platz zu reservieren. Die beiden Städte haben Kooperationsverträge mit dem Softwaredienstleister Little Bird geschlossen. Eltern können nun online ihre Kinder für die begehrten Betreuungsplätze anmelden – bis zu zwei Jahre im Voraus. Über die städtischen Webseiten gelangen die Interessenten zum Little Bird-Portal. Dort können sie pro Stadt bei bis zu fünf Einrichtungen ihren Bedarf anmelden.

Eltern sollen zuverlässig Rückmeldungen bekommen

Für Oberursel sei das neue System „ein Meilenstein bei der Planung des Platzbedarfes“, sagt der Erste Stadtrat Christof Fink (Grüne). Wird einem Interessenten ein Platz erteilt, sollen parallele getätigte Anmeldungen bei anderen Einrichtungen automatisch verfallen. Die Städte sollen so Angebote und den Bedarf für Kita-Plätze und Tagespflege viel genauer taxieren können als in der Vergangenheit. Auch die Anmelder hätten vor allem Vorteile. „Bisher mussten Eltern bei einer Anmeldung immer nachtelefonieren.“ Das entfalle nun, weil im neuen Verfahren automatisch über Zu- und Absagen informiert werde.

Es gebe nun zentral einen Überblick über alle Anbieter, betont der Bad Homburger Stadtrat und Sozialdezernent Dieter Kraft (Grüne). Vorher sei es „ein munteres Durcheinander“ der verschiedenen Kita-Träger gewesen.

Das Verfahren sei zudem datenschutzrechtlich absolut sicher, fügt Kraft hinzu. Durch eine enge Zusammenarbeit mit dem hessischen Datenschutzbeauftragten Michael Ronellenfitsch während der Entwicklungsphase sei gewährleistet, dass keine sensiblen Daten nach außen dringen könnten.

Persönliche Daten geschützt

Auch die Kita-Träger könnten sich untereinander nicht in die Karten schauen. Unter Bezug auf die aktuelle Debatte um Datensicherheit ergänzt Kraft noch schmunzelnd, Little Bird sei somit „NSA-sicher“. Auch die Little Bird-Geschäftsführerin Anke Odrig unterstreicht, persönliche Daten seien vor unbefugtem Zugriff geschützt. Odrig entwickelte Little Bird und ging damit vor rund drei Jahren an den Markt. Die ehemalige SAP-Projektmanagerin nahm sich des Themas nach eigenen Angaben an, nachdem sie selbst erlebte, wie umständlich es sein kann, als Mutter einen Betreuungsplatz für ein Kleinkind zu ergattern.

Ihr System hat Erfolg: Inzwischen nutzen bundesweit sieben Städte ihr System. Es gebe natürlich auch Wettbewerber am Markt für Verwaltungssoftware. „Unser Vorteil ist aber, dass wir uns stark nach den Bedürfnissen der Eltern ausrichten“, sagt Odrig.

Auch interessant

Kommentare