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Hugendubel schrumpft

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Von: Miriam Keilbach

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Angela Birke zieht mit ihrer Buchhandlung um: 500 Quadratmeter statt 1400 hat sie ab Herbst.
Angela Birke zieht mit ihrer Buchhandlung um: 500 Quadratmeter statt 1400 hat sie ab Herbst. © martin weis

Die Filiale des Buchhändlers zieht in das ehemalige Schlecker-Gebäude - doch dort ist weniger Platz.

Sie mag das Bad Homburger Publikum, freundlich sind die Menschen hier, interessiert. Senioren, aber auch viele Mütter mit Kindern kämen in ihren Laden, erzählt Angela Birke. Birke ist seit September Filialleiterin des Hugendubel in der Louisenstraße. Und nun steht ein großes Projekt bevor. Die Buchhandlung verlässt zum August oder September ihren jetzigen Standort und zieht auf der anderen Seite in die ehemalige Schlecker-Filiale.

„Ich hatte beim Amtsantritt schon die Erkenntnisse, dass sich hier etwas ändern würde, ich wusste nur nicht wann und was“, sagt Birke, die zuvor die Filiale im Hessencenter in Frankfurt leitete. Seit Mitte Dezember ist klar: Es kommt ein Umzug. Die Ladenfläche reduziert sich dadurch drastisch. Von 1400 Quadratmetern jetzt auf 500 Quadratmeter Verkaufsfläche in der neuen Filiale, aus drei Etagen wird eine. Im kommenden Monat sollen die Renovierungsarbeiten in der alten Schleckerfiliale beginnen, dann der Innenausbau erfolgen.

Das Sortiment, so Birke, werde sich nicht groß verändern. Die Hauptwarengruppen Unterhaltung, Kinder- und Jugendbücher sowie die Kategorie Besser Leben, zu der etwa Ratgeber, Wellness, Kochbücher und Bücher über Hobbys gehören, bleiben erhalten. „Darauf stützen die kleinen Filialen, das machen wir auch“, sagt sie. Andere Warengruppen, wie etwa Fachbücher zu den Themen Recht, Wirtschaft und Computer werden reduziert. „Das wird so nicht mehr angenommen“, so Birke. Inhalte der Fachbücher seien über andere Wege, beispielsweise das Internet, abrufbar. „Da wird das gedruckte Fachbuch nicht so sehr benötigt.“

Spiele, Kalender und Postkarten soll es ebenfalls nach wie vor geben, „wir werden alle Sortimente weiterhin präsentieren, nur beim Umfang müssen wir mal schauen“, sagt die 48-Jährige. Im Vordergrund stehe, was sich am besten verkaufe. Noch habe sie keine Liste, was fortgeführt wird.

Hugendubel will auch in der kleineren Filiale mit voller Mannesstärke arbeiten. „Es wird keine Personalentlassungen geben“, sagt Birke. Verunsicherung gebe es bei der Belegschaft, „das ist bei Veränderungen menschlich“. Dennoch seien alle positiv gestimmt und gingen den Umzug inhaltlich mit.

Mit schlechten Verkaufszahlen habe der Umzug nichts zu tun. „Wir haben Flächen, die wir nicht brauchen, das, was wir verkaufen, geht auch mit weniger Platz“, sagt Birke. Vielmehr sei der Umzug eine Reaktion auf die Entwicklung der vergangenen Jahre. „Wir müssen mit der Zeit gehen.“

Mit dem zunehmenden Bücherkauf über das Internet habe die Entscheidung nichts zu tun. „Grundsätzlich sehen wir keine Konkurrenz im Internet“, sagt Birke. Hugendubel habe einen eigenen Onlineshop und Kunden könnten beispielsweise auch darüber bestellen und die Bücher dann in der Filiale abholen. Nach wie vor würden viele Menschen viel lesen und auch ihre Bücher lieber in der Buchhandlung kaufen. „Es gibt ein sichtbares Interesse an Unterhaltung und an Ratgebern.“ Auch politische und geschichtliche Sachbücher mit populären Titeln seien im Trend, aber nur, wenn es sich nicht um Fachbücher handle. „In der Buchhandlung gibt es heute für jeden Geschmack etwas, vor 30 Jahren gab es diese Massenkompatibilität noch nicht“, so Birke.

Bücher sind nach wie vor beliebte Geschenke. „Man muss nur ein bisschen etwas über eine Person wissen, dann findet sich auch das richtige Buch“, sagt Birke. Kunden könnten mit diesem Wissen zu den Buchhändlern kommen und würden dann Rat bekommen.

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