Bad Homburg

Bad Homburger Bürger als Drehbuchschreiber

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Die Stadt gibt sich eine Regieanweisung für ihre Zukunftsplanung.

Liebesgrüße aus der Zukunft“ markierten vor zwei Jahren den Einstieg in die Stadtplanung für das Jahr 2030 und darüber hinaus. Die Bad Homburger Bürger sollten selbst formulieren, wie sie ihre Stadt der Zukunft gerne sehen möchten. Sie taten dies mit Leidenschaft und hoher Beteiligung, die Verwaltung wurde mit blau-grünen Karten mit mehr als 2500 Kommentaren und Anregungen überschwemmt. Das Farbdesign mit bunten Kreisen wurde Symbol des „Integrierten Stadtentwicklungskonzepts“. Nun sind die zehn wichtigsten Leitlinien Richtung Zukunft formuliert und festgeschrieben, das „Regiebuch für Bad Homburg“ soll als Grundlage für alles Handeln der Stadtverwaltung dienen.

Wo wollen wir hin? Wie soll sich die Stadt entwickeln? Fragen, mit denen sich viele Menschen in Bad Homburg in den vergangenen zwei Jahren auf vielen Prozessebenen auseinandergesetzt haben. Sie alle sollten Drehbuchschreiber für die Geschichte der Zukunft sein. „Es wird jetzt Aufgabe des Magistrats und der Verwaltung sein, Projekte zu entwickeln und so die Ziele mit Leben zu erfüllen“, sagte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) gestern bei der Vorlage des „Regiebuches“. Für die tägliche Arbeit im Rathaus sollen die Leitlinien samt Vertiefungspunkten“ Arbeitsgrundlage sein. Die Vorgaben muss der Magistrats bei Vorlagen beachten, die er dem Stadtparlament zur endgültigen Entscheidung vorlegt.

Essenz aus zwei Jahren

Schmal kommt sie daher, die kleine Version im DIN-A-4-Format, und dennoch gut gefüllt mit 64 Seiten. Bunt betextet auf weißem Papier mit vielen Fotos, die Essenz aus zwei Jahren Vorarbeit unter dem Titel „Fokus Zukunft“. Das Cover im längst bekannten Farbdesign, ein Heft, das die entscheidenden Punkte des Entwicklungsprozesses zusammenfasst. Von den Liebesgrüßen aus der Zukunft über die Ergebnisse der fünf öffentlichen Stadtforen mit mehr als 2000 Besuchern bis zu den 16 Vertiefungspunkten mit schon klar formulierten Projektideen. Keine wichtige Entscheidung ohne Bürgerbeteiligung – dies sehen Hetjes, Chef-Stadtplaner Holger Heinze und Projektleiterin Julia Morgenroth als ein besonders wichtiges Ergebnis und eine Forderung aus dem Prozess.

Die zehn wichtigsten Zukunftsthemen sind ein Destillat aus rund 6000 Kommentaren auf den unterschiedlichsten Kanälen. Aus ihnen wurden die Leitziele formuliert, die als „Planken“ für die Stadtentwicklung dienen sollen. Planken, bei denen Radfahrkonzepte und öffentlicher Nahverkehr eine wichtige Rolle spielen, grüne Lebensräume und gesundes Stadtklima, eine generationengerechte und jugendfreundliche Stadt und das drängende Thema „Schaffen von erschwinglichem Wohnraum“. Die große Version des Regiebuches greift das fachlich ausgefeilter auf, jedes Thema wird detailliert dargestellt.

Entsprechend sperrig ist der Titel: „Integriertes Stadtentwicklungskonzept Bad Homburg 2030“. Ein 178 Seiten starkes Buch, für alle, die noch tiefer in die Materie einsteigen wollen. Die Erstauflage beträgt 1000 Exemplare, „aber wir können nachdrucken“, sagt Oberbürgermeister Hetjes.

Beide Regiebücher sind kostenlos im Stadtbüro erhältlich. Sie können auch im Internet heruntergeladen werden unter: www.badhomburg2030.de.

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