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Schön saniert: Das 135 Jahre alte Schwesternhaus.

Bad Homburg

Nur der Garten fehlt noch

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Das alte Schwesternhaus ist eines der markantesten Gebäude in Kirdorf. Die katholische Gemeinde hat es für zwei Millionen Euro saniert und umgebaut.

Mehr als 100 Jahre lang haben sich Schwestern aus dem Orden der Göttlichen Vorsehung in Kirdorf um Arme, Kranke und Kinder gekümmert, 1874 zogen sie in das eigens für sie errichtete Schwesternhaus am Rande der Altstadt, das bis heute eines der markantesten Gebäude in dem Bad Homburger Stadtteil ist.

Und das soll nach dem Willen der St. Johannes-Gemeinde auch so bleiben. Deshalb haben die Kirdorfer Katholiken das alte Schwesternhaus und seine Nebengebäude für rund zwei Millionen Euro gründlich saniert. Das Geld dafür habe die Gemeinde zum größten Teil aus Eigenmitteln und Spenden aufgebracht, sagt der Verwaltungsratsvorsitzende Claus-Michael Denk.

Inzwischen herrscht wieder reges Treiben auf der 135 Jahre alten Anlage, aus der 1971 die beiden letzten Schwestern ausgezogen waren. Fast alle Räume seien die gesamte Woche über belegt. Und auch die wieder hergerichtete Kapelle werde regelmäßig genutzt, schildert Pfarrer Werner Meuer. Nicht nur für wöchentlichen Messen und Goldene Hochzeiten, auch Vorleseabende habe es schon gegeben.

Nicht allen gefällt die moderne Gestaltung der Kapelle

Wobei Meurer einräumt, dass die moderne Gestaltung mit dem minimalistischen Altar aus Stahl nicht jedem alten Kirdorfer gefalle. Aber auch an Nostalgiker ist gedacht worden. So befindet sich ein mittelalterliches Relief mit Kreuzigungsszene, das früher außen an dem Gebäude befestigt war, nun an der Wand hinter dem Altar. „Das ist unser ideell wertvollstes Stück“, sagt Kirdorfs Ortsvorsteher Hans Leimeister.

Inzwischen sind auch die Lampen in der Kapelle installiert. Damit sind die Arbeiten in und um das Schwesternhaus nahezu abgeschlossen. „Nur der Garten muss noch gemacht werden“, sagt Richard Müller aus dem Kirchenvorstand.

Er ist noch selbst bei den Schwestern in den Kindergarten gegangen. In dessen ehemaligen Räumen befindet sich nun der Große Saal, in dem sich Jugendgruppen und der Gesangverein treffen, Man kann ihn aber auch für Familienfeiern mieten. Dafür habe man extra eine Küche einbauen lassen, sagt Müller.

Gut frequentiert sei auch die Bibliothek, die in einem Anbau an das Schwesternhaus eingerichtet worden ist. Auf zwei Stockwerken können sich Gemeindemitglieder mit aktueller Literatur versorgen. Der Schwerpunkt liegt auf Medien für Kinder und Jugendliche.

Besonders knifflig habe sich der Umbau der ehemaligen Liegehalle gestaltet, berichtet Richard Müller. Zunächst habe man die Idee gehabt, die Halle mit Fenstern zu versehen. Doch das habe der Denkmalschutz verhindert. Keine Einwände hingegen gab es gegen die Idee, einen Betoncorpus mitten in die Holzkonstruktion hineinzubauen.

Dadurch hat der Raum nun einen hervorragenden Schallschutz – und ist somit bestens dazu geeignet, den Bands aus der St. Johannes-Gemeinde als Proberaum zu dienen.

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