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Das Teehaus im Bad Homburger Schlossburg soll wieder herausgeputzt werden.

Bad Homburg

Bad Homburg: Kleines Teehaus soll wieder strahlen

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Das marode Gebäude im Schlosspark von Bad Homburg wird nach Plänen aus dem 19. Jahrhundert rekonstruiert.

An Bauarbeiten sind die Mitarbeiter der Hessischen Schlösser- und Gärtenverwaltung in ihrem Dienstsitz, dem Bad Homburger Schloss, gewöhnt. Seit nunmehr acht Jahren wird der sogenannte Königsflügel saniert, nachdem der Boden abgesunken und Risse aufgetaucht waren. Bis Herbst 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Deutlich schneller wird es bei dem kleinen Teehaus im Schlosspark gehen. Bis zum kommenden Frühjahr werde aus dem maroden Gebäude „wieder ein Kleinod“ werden, versprach die Direktorin der Schlösserverwaltung, Kerstin Worms, am Donnerstag bei einem Pressetermin. Das einer chinesischen Pagode nachempfundene, vier mal vier Meter große Teehaus war wegen seiner abgeschiedenen Lage immer wieder Ziel von Vandalismus. In den 80er Jahren ist es zuletzt umfangreich repariert worden.

Möglichst originalgetreue Rekonstruktion 

Nun möchte die Schlösserverwaltung die Gelegenheit nutzen, das Teehaus möglichst originalgetreu zu rekonstruieren. Leider ist nicht genau bekannt, wie das Häuschen aussah, als Landgräfin Caroline von Hessen-Homburg es im 18. Jahrhundert als Teil der „Phantasie“, einem englischen Landschaftsgarten im westlichen Teil des Parks, anlegen ließ. Die ältesten erhaltenen Ansichten stammen aus dem Jahr 1872. Im Archiv seien zudem Konstruktionspläne aus dieser Zeit aufgetaucht, erläuterte Nils Wetter, Fachmann für Bauangelegenheiten und Denkmalpflege. An diesen Plänen werden sich auch die aktuellen Arbeiten orientieren.

Danach war das Teehaus einst ein geschlossenes Gebäude, während es den meisten Bad Homburgern als eine Art offener Pavillon bekannt sein dürfte. Das gehe auf einen Umbau in den 50er Jahren zurück, erläuterte Wetter.

Das Teehaus im Schlosspark gehöre „zur Bad Homburger Identität“, betonte der Vorsitzende des Kuratoriums Bad Homburger Schloss, Karl Josef Ernst. Der Verein, der sich seit Jahren für den Erhalt von Schloss und Park einsetzt, hat auch jetzt wieder Spenden gesammelt und steuert 50 000 Euro zur Sanierung des Teehauses bei.

Insgesamt rechnet Kirsten Worms mit Baukosten von 170 000 Euro. 80 000 Euro kommen aus dem Landesprogramm Erhaltung Historisches Erbe. Den Rest stemmt die Schlösserverwaltung aus eigenen Mitteln.

Wenn das Gebäude fertig ist, soll es wieder in „Tempel der Pomona“ umgetauft werden. Den Namen hatte ihm einst Landgraf Friedrich V. verliehen – in Anlehnung an die römische Göttin der Baumfrüchte. Wegen des nahegelegenen rekonstruierten Obstgartens im Schlossgarten sei er auch heute wieder passend, findet Worms. Darüber hinaus sollen die Besucher künftig im Inneren des Tempels eine Modellsammlung historischer Apfel- und Birnensorten vorfinden.

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