Bad Homburg

Bad Homburg: Impf-Werbung auf dem Bus

Die Medizinische Gesellschaft startet erstmals eine lokale Kampagne für die Grippeprävention - und verweist auf deren Zusatznutzen gegen Schlaganfall und Herzinfarkt.

Während der Grippewellen der vergangenen beiden Jahre seien die Hochtaunuskliniken gelegentlich an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gekommen, sagt Chefarzt Jörg Höer. Besonders auffällig sei gewesen, dass auch jüngere Grippepatienten auf der Intensivstation gelandet seien. „Jugend schützt nicht vor schweren Krankheitsverläufen.“

Ähnlich haben es Petra Hummel und Daniela Walenzyk erlebt, die als Hausärztinnen Praxen in Bad Homburg betreiben. Zeitweise sei im ganzen Rhein-Main-Gebiet kein Klinikbett mehr frei gewesen, schilderte Hummel. Deswegen hätten einige Patienten sogar in den Odenwald oder nach Marburg gebracht werden müssen.

Vorbeugen

Vor allem Ältere, chronisch Kranke, Schwangere sowie Medizin- und Pflegepersonal sollten sich rechtzeitig impfen lassen, empfiehlt das Robert-Koch-Institut.

18,2 Millionen Dosen Grippeimpfstoff sind nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts für die laufende Saison freigegeben worden.

Das wollen die Ärzte und Apotheker in der Kurstadt für die kommende Saison möglichst vermeiden. Deshalb hat die Medizinische Gesellschaft Bad Homburg nun die Kampagne „Grippeimpfung kann mehr …“ gestartet, mit der sie die Vorteile der Prävention noch stärker ins Bewusstsein rücken will. „Wir wollen eine Informationslücke schließen“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Christoph Zekorn. Studien hätten gezeigt, dass eine Grippeimpfung nicht nur gegen Influenzaviren helfe, sondern auch das Risiko anderer Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt senke.

Aber auch die Grippe bereitet schon Sorgen genug. So seien laut Robert-Koch-Institut im vergangenen Winter deutschlandweit 270 000 Menschen daran erkrankt, in einigen Fällen sei der Verlauf tödlich gewesen. Zudem herrsche eine große Ansteckungsgefahr, betont Zekorn. So könnten die Viren auf einem Türgriff bis zu 86 Stunden überleben.

Die Medizinische Gesellschaft will deshalb Flyer in den örtlichen Arztpraxen auslegen, Plakate kleben und sogar einen Bus mit der Botschaft „Grippeimpfung kann mehr …“ durch Bad Homburg rollen lassen. Um für eine möglichst breite Basis zu sorgen, habe man zudem alle Ärzte und Apotheker der Stadt zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, sagte Schatzmeisterin Doris Schartmann – nicht nur die 150 Vereinsmitglieder. Auch Stadt und Kurgesellschaft unterstützen die Kampagne. Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) und Kurdirektor Holger Reuter gingen mit gutem Beispiel voran. Direkt nach dem Pressegespräch ließen sie sich am Dienstag impfen.

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