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Auf dem Oberhof sollen mehrere Generationen leben.

Bad Homburg

Bad Homburg: Generationen-Wohnen im Denkmal

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Der Oberhof soll Vorzeigeprojekt und Treffpunkt für einen ganzen Stadtteil werden. Die Initiatoren haben lange dafür gekämpft.

Christine Gerwiens Tochter lebt mit ihrer Familie bereits in Bad Homburgs östlichstem Stadtteil Ober-Erlenbach. Bald will die 57-Jährige in ihre Nähe ziehen – in eine der Wohnungen, die gerade an der Burgholzhäuser Straße auf dem Gelände des Oberhofs in die Höhe wachsen.

Wichtig sei ihr ein guter Kontakt zur Nachbarschaft, betont Christine Gerwien. Dass sie den bekommen wird, ist so gut wie sicher, denn sie möchte auf dem Gelände der ehemaligen Staatsdomäne nicht nur wohnen, sondern auch einen Friseursalon eröffnen.

Damit verkörpert sie genau das, was sich die Initiatoren der Genossenschaft „Unser Oberhof“ erhoffen – einen „Lebensraum“ für mehrere Generationen zu schaffen, der über ein reines Wohnprojekt hinausgeht: Das Hofgut soll sich zum Treffpunkt für ganz Ober-Erlenbach entwickeln. So ist geplant, im ehemaligen Pferdestall ein Restaurant einzurichten. Außerdem sollen Stadtteil- und Familienzentrum, Jugendzentrum, eine Tagesbetreuung und die Stadtteilbibliothek in die denkmalgeschützten Räume ziehen.

„Elf Jahre haben wir gekämpft“, sagte der Vorsitzende der Genossenschaft, Georg Kopp, am Donnerstag beim Richtfest für den Neubau. Nun liege man sogar vier Wochen vor dem Zeitplan. Ende 2020 soll der Umbau des Oberhofs abgeschlossen sein.

Auf dem gut 6000 Quadratmeter großen Areal entstehen 29 Wohnungen mit Größen zwischen 48 und 160 Quadratmetern. Von den barrierefreien neuen Wohnungen seien bereits 80 Prozent vermietet, teilte Architektin Antje Riedl mit. Noch ein wenig mehr zu haben ist in dem Altbau, der für junge Familien gedacht ist.

Der Oberhof sei ein „absolutes Aushängeschild“ für Bad Homburg, lobte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). Mit seinem Mehrgenerationenansatz habe er Pilotcharakter. Die Stadt greift den Genossen deshalb auch kräftig unter die Arme. Sie erhalten das Grundstück in Erbpacht und zusätzlich ein Darlehen über vier Millionen Euro. Außerdem wird die Kommune einen Teil der Räume anmieten. Für den Umbau der ehemaligen Staatsdomäne kalkuliert die Genossenschaft „Unser Oberhof“ mit Kosten von rund 14 Millionen Euro.

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