Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Da hatte Holger Fritzel noch gut lachen.
+
Da hatte Holger Fritzel noch gut lachen.

Bad Homburg

Holger Fritzel will nicht mehr

  • Fabian Böker
    VonFabian Böker
    schließen

Da waren es nur noch acht. Holger Fritzel, langjähriges Mitglied des Ober-Eschbacher Ortsbeirats, hat sein Amt dort niedergelegt. Schon bei der Sondersitzung in dieser Woche zum Bebauungsplan Südcampus war er nicht mehr zugegen. Und genau dieses Thema war es letztlich auch, das ihn zu seinem Entschluss brachte.

„Ich hatte einfach keinen Nerv mehr“, sagt Fritzel in der ihm eigenen, unverblümten Art. Keine Lust mehr auf Parteiengezänk, das seiner Ansicht nach in der jüngeren Vergangenheit die Debatten immer stärker dominiert habe. „Unser Stadtteil Ober-Eschbach stand doch kaum noch im Vordergrund“, so der 63-Jährige.

Besonders bewusst geworden sei ihm das bei der Diskussion um die Südcampus-Bebauung. Die wurde im vergangenen Jahr verschoben, nachdem der Ortsbeirat dringende Änderungen verlangt hatte. Oberbürgermeister Michael Korwisi kam den Wünschen entgegen und ließ den Bebauungsplan überarbeiten. Über die neue Fassung sollte dann am 13. Januar entschieden werden; der Beschluss wurde vertagt. Als Grund gab der Antragssteller von der CDU an, noch Zeit zu brauchen, um die neuen Pläne zu sichten. Am 27. Januar gab es dann die Sondersitzung.

Sitzungen haben ihn „einfach frustriert“

Für Fritzel eine „Vertagung ohne ersichtlichen Grund“. Nach reiflicher Überlegung war das dann das „I-Tüpfelchen“, das Fritzels Geduld erschöpfte. Am Dienstag der vergangenen Woche schließlich hat er seinen Rücktritt erklärt. Damit endet eine 38 Jahre währende Mitgliedschaft im Ober-Eschbacher Ortsbeirat. Zwölf davon stand er dem Gremien sogar vor; zunächst von 1977 bis 1985, danach noch einmal vier Jahre in den 90ern.

Aber Fritzel gibt zu, dass er schon 2011 an einen Rückzug gedacht hatte. Nach der damaligen Kommunalwahl hatte er zwar einen Sitz im Ortsbeirat ergattert. „Aber plötzlich hatten Parteien, die vorher fünf Jahre lang noch nicht einmal einen Antrag gestellt hatten, zwei Sitze. Und alles nur, weil in Japan ein Atomkraftwerk zerstört wurde“, blickt Fritzel zurück, ohne konkrete Namen zu nennen.

Damals ließ er sich noch überreden, weiterzumachen. Doch mittlerweile haben ihn die Sitzungen „einfach frustriert“, sagt er. „Früher war der Ortsbeirat noch ein gestandenes Gremium, in dem man diskutieren konnte. Heute gibt es da nur Gelaber“, meint Fritzel.

Für seinen Stadtteil bleibt der überzeugte Ober-Eschbacher – der auch Vorsitzender der dortigen TSG ist – aber weiter am Ball. In den Ausschüssen und als Stadtverordnetenvorsteher will er sich für Ober-Eschbach einsetzen. Ein Ortsbeirat könne ohnehin nur Empfehlungen aussprechen. „Wenn ich bisher was für Ober-Eschbach erreicht habe“, so Fritzel, „dann nicht im Ortsbeirat.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare