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Hoffen auf Investoren

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Lomonossow bereitet sich auf die 300-Jahr-Feier vor.
Lomonossow bereitet sich auf die 300-Jahr-Feier vor. © FR/Streicher

Lomonossow blickt in die Zukunft. Von einer Sonderwirtschaftszone für innovative Technologien will auch Oberursel profitieren.

Im Gespräch mit PR-Managerin Natalia Turkova in der noch fast jungfräulichen Sonderwirtschaftszone bei Strelna gibt sich Oberursels Bürgermeister Hans-Georg Brum ganz als Wirtschaftsdiplomat. Er weiß, dass er dem ambitionierten Projekt keine Oberurseler Investoren präsentieren kann, bietet sich aber als Türöffner und Kontaktmann unter Verweis auf renommierte Firmen in seiner Stadt und in der Rhein-Main-Region an. Und lädt die junge Dame mit den hochhackigen Schuhen ein, das zu 100 Prozent staatlich finanzierte GmbH-Projekt Wirtschaftszone beim Hessentag 2011 für Werbezwecke zu präsentieren.

Eine halbe Autostunde vom Flughafen Sankt Petersburg entfernt entsteht das 18,9 Hektar große Zentrum im Lomonossower Distrikt. Das siebenstöckige fast leere Verwaltungsgebäude ist fertig, ganz oben mit Rundumblick erzählt Natalia Turkova von der russischen Vision.

Bis zu 3000 Arbeitsplätze könnten entstehen. Vorgabe für die Firmen ist ihre Ausrichtung auf innovative Technologien in Sachen Informatik, Biomedizin, Energetik, Pharma und Telekommunikation. Den Unternehmen winken Sonderregelungen bei Steuern und Zoll, weniger Bürokratie, Nebenkostenermäßigungen. Die Verwaltung will eine Art Rundum-Service für die erhofften "Residents" auch aus dem Ausland anbieten.

Vom siebten Stock blickt man auch auf Neudorf, ehemalige Wolgadeutsche aus Kasachstan haben in direkter Nachbarschaft Häuser in einer Wohnsiedlung bekommen. Auf der anderen Seite werden Panzer instand gesetzt, von oben sieht es aus wie ein Schrottplatz für altes Kriegsgerät.

Die Moderne wiederum hat Bosch-Siemens - ebenfalls in Sichtweite, aber außerhalb der Sonderwirtschaftszone - 2007 eröffnet. Auf 300000 Quadratmetern werden in riesigen Hallen Hausgeräte montiert, vornehmlich Kühlschränke und Waschmaschinen für den russischen und ukrainischen Markt. Rund 400 Arbeitsplätze hat das Unternehmen geschaffen, ungefähr zwei Drittel werden von Frauen besetzt.

Durch Zufall trifft die Oberurseler Delegation dort auf Marina Smirnova. Die junge Frau aus Lomonossow hat vor ein paar Jahren ein Praktikum im Rathaus gemacht. Ihre inzwischen fast perfekten Deutschkenntnisse haben ihr einen Job im Qualitätsmanagement des Unternehmens eingebracht. Sie hat das geschafft, worauf viele der jungen Menschen in der Partnerstadt hoffen - auf einen Trip nach Oberursel und eine Chance in der neuen Welt. ( jüs)

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