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Die Menschen im Hochtaunuskreis haben durchschnittlich mehr Geld in der Tasche als irgendwo sonst in Hessen. Vor allem in Königstein. 

Hochtaunuskreis

Großverdiener im Hochtaunus – besonders beliebt ist eine hessische Stadt

Die Menschen im Hochtaunuskreis haben im Durchschnitt mehr Geld in der Tasche als irgendwo sonst in Hessen. Ihr Einkommen ist gestiegen.

Hochtaunus – 33.827 Euro hatte jeder Bürger rund um den Feldberg im Jahr 2017 zur Verfügung. Damit stehen die Bewohner des Hochtaunuskreises hessenweit am besten da. Dass der Kreis von der Kaufkraft her der reichste im Bundesland ist, ist nicht neu. Nun ist das verfügbare Einkommen aber noch einmal gestiegen, wie aus aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes hervorgeht. 2,3 Prozent mehr hatte jeder Hesse im Vergleich zum Vorjahr in der Tasche - 510 Euro sind das beim hessischen Durchschnittswert von 23 100 Euro.

Wie viele Millionäre oder Milliardäre es im Taunus gibt, ist seit dem Wegfall der Vermögenssteuer nicht herauszufinden. Wohl aber, wie viele mehr als eine halbe Million im Jahr verdienen. Das verraten die Einkommensteuererklärungen, zu denen jeder verpflichtet ist. 590 Menschen im Taunus tun dies - sie gelten als Einkommensmillionäre oder "bE-Fälle". Ihre Zahl hat sich, wie die Oberfinanzdirektion Frankfurt auf Anfrage mitteilt, seit Anfang 2016 um 180 erhöht.

Hochtaunus: 101 reiche Bad Homburger

Um Zahlen der einzelnen Kommunen zu erhalten, muss man in die Erhebungen des Statistischen Landesamtes schauen. Dem vor Kurzem veröffentlichten Bericht über die Einkünfte der Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen - jüngster Berichtszeitraum ist 2015 - ist zu entnehmen, dass die meisten Großverdiener in Bad Homburg leben: In der Kurstadt, die im Erhebungszeitraum 53 244 Einwohner hatte, verdienten 101 Personen mehr als eine halbe Million im Jahr.

Prozentual gesehen ist aber Königstein (16 393 Einwohner) die Stadt der Superreichen - mit Abstand. Hier kommen 104,7 Einkommensmillionäre auf 10 000 Steuerpflichtige. Die zweithöchste Millionärsdichte in Hessen hat Kronberg (18 330 Einwohner) mit 56 Großverdienern, das sind 58,2 pro 10 000 Steuerpflichtige, gefolgt von Bad Homburg (36,2).

Im Hochtaunuskreis nennt das Statistische Landesamt 330 Einkommensmillionäre. Auch in Glashütten (23,7), Oberursel (16,3), Friedrichsdorf (15,7), Schmitten (11,4) und Wehrheim (10,5 pro 10 000 Steuerpflichtige) wird gut verdient. Und sogar in Steinbach wohnen, absolut gesehen, drei Einkommensmillionäre. In Neu-Anspach und Weilrod dagegen keiner.

Hochtaunus: Auch mehr Arme

Bei so vielen Bestverdienern und florierenden Unternehmen hat das Finanzamt Bad Homburg, das für den Hochtaunuskreis zuständig ist, ein höheres Steueraufkommen zu verarbeiten als andere Finanzämter in Hessen. Insgesamt wurden im Jahr 2018 in unserem Bundesland etwas mehr als 58 Milliarden Euro an Steuern gezahlt. Mehr als 3 Milliarden Euro davon kamen allein aus Bad Homburg. Im Vergleich hierzu hatte das Finanzamt Eschwege-Witzenhausen, zuständig für den Werra-Meißner-Kreis, mit rund 213 Millionen Euro das niedrigste Aufkommen in Hessen. Die Oberfinanzdirektion räumt allerdings ein, dass die beiden Ämter nicht eins zu eins vergleichbar sind, da nicht überall sämtliche Steuerarten veranlagt würden.

Die aktuellen Zahlen geben aber auch Anlass zur Sorge, darauf weist Dr. Felix Blaser vom Dekanat Hochtaunus, auch Referent für Armutspolitik bei der Diakonie Hessen, hin. Denn die Armutsrisikoquote sei mit 15,8 Prozent erschreckend hoch. Sie sei im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte gestiegen. Auch im Hochtaunus lebten 15.000 Menschen, die eine Form von Grundsicherung erhalten, inmitten von Millionären.

Zahlen zu weiteren Kommunen in den Statistischen Berichten unter https://statistik.hessen.de.

Millionäre im Taunus: Steuerfälle mit „bedeutenden Einkünften“

Als Einkommensmillionäre werden diejenigen Steuerpflichtigen bezeichnet, die Überschusseinkünfte in Höhe von mehr als 500 000 Euro im Kalenderjahr erzielen. Diese werden als Steuerfälle mit "bedeutenden Einkünften" ("bE-Fälle") bezeichnet.

Die Eingruppierung als Steuerpflichtiger mit bedeutenden Einkünften erfolgt bundeseinheitlich in einem Dreijahresrhythmus. Die jüngste Einordnung wurde zum 1. Januar 2019 durchgeführt. Wie die Oberfinanzdirektion in Frankfurt mitteilt, wurden beim für den Hochtaunuskreis zuständigen Finanzamt Bad Homburg rund 590 Steuerpflichtige als "bE-Fall" eingeordnet. 

ahi

Ein Elvis-Wochenende in Bad Homburg erweist sich als willkommene Zeitmaschine. 1958 bot die Kurstadt dem Jungsoldaten ein erstes Obdach in Deutschland.

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