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Hochtaunus ist mit Ärzten bestens versorgt

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Weil die Bevölkerung im Durchschnitt älter wird, muss man sich laut Sozialminister Banzer mittelfristig stärker um die Ansiedlung neuer Ärzte bemühen.
Weil die Bevölkerung im Durchschnitt älter wird, muss man sich laut Sozialminister Banzer mittelfristig stärker um die Ansiedlung neuer Ärzte bemühen. © ddp

Elf Ärzte werden in der nächster Zeit ihre Praxis im Hochtaunuskreis aufgeben. In sechs Fällen gibt es bereits Nachfolger. Sozialminister Jürgen Banzer sieht derzeit keinen Engpass bei der ärztlichen Versorgung. Die SPD-Abgeordnete Fuhrmann befürchtet hingegen ein Praxen-Sterben.

Von Klaus Nissen

Etwa elf Ärztinnen und Ärzte wollen in Kürze ihre Praxen im Hochtaunuskreis aufgeben. Das meldet Sozialminister Jürgen Banzer (CDU). Vor der Aufgabe stehen demnach vier allgemeinmedizinische Praxen, zwei Anästhesisten sowie ein psychologischer Psychotherapeut und ein Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Welche genau gemeint sind, steht nicht in Banzers Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Petra Fuhrmann. In sechs der elf Fälle sei die Nachfolge geregelt. Banzer: „Wirkliche Schwierigkeiten bei der Nachbesetzung von freien oder frei werdenden Praxissitzen sind der Kassenärztlichen Vereinigung für den Bereich des Hochtaunuskreises nicht bekannt.“ Mit Ärzten sei der Hochtaunus „bestens versorgt“, so Banzer. Auch die Region hinter dem Taunuskamm. In der am 18. August herausgegebenen Landtagsdrucksache ist von 142 Hausarztpraxen für den rund 220.000 Einwohner zählenden Kreis die Rede. Das rechnerische Soll liege bei 120 Praxen. Der Versorgungsgrad liege somit bei knapp 118 Prozent.

Mit 365 Prozent am größten ist die Überversorgung laut Tabelle bei den internistischen Fachärzten. Dort werden 27 Praxen aufgezählt, während das Soll bei sieben oder acht liege. Bestens versorgt sei der Kreis mit 15 chirurgischen Praxen. Wirklich gebraucht würden nur sechs. Die neun Urologen sind doppelt so viele wie eigentlich benötigt würden. Um die Psyche der Hochtaunus-Bewohner kümmern sich laut Statistik 21 Therapeuten mit ärztlicher Ausbildung und 58 weitere mit Psychologie-Studium. Außerdem 13 Fachleute für psychisch angeschlagene Kinder und Jugendliche. Die Versorgungsquote liegt hier laut Banzer bei 332 Prozent.

Petra Fuhrmann hatte Anfang Juni auch nach der Kapazität der ärztlichen Bereitschaftsdienste gefragt. Es gebe dort keine Engpässe, zitiert nun der Minister die Kassenärztliche Vereinigung. Wer nachts oder an Wochenenden krank wird, findet Hilfe beim ärztlichen Bereitschaftsdienst an der Bad Homburger Hochtaunusklinik, in Königstein und in Usingen. Weil die Bevölkerung im Durchschnitt älter wird, muss man sich laut Banzer mittelfristig stärker um die Ansiedlung neuer Ärzte bemühen. Die Landesregierung arbeite momentan an einem Konzept zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung auf dem Lande. Eine Reaktion von Petra Fuhrmann auf diese Angaben liegt noch nicht vor. Die Landtagsabgeordnete aus Friedrichsdorf zeigte sich im Juni besorgt: Sie hatte 2009 an der Suche nach einem Hausarzt für eine vakante Praxis in Grävenwiesbach mitgewirkt. „Auch in anderen Städten und Gemeinden im Hochtaunuskreis werden in Kürze Ärztinnen und Ärzte ihre Praxen aus Altersgründen oder anderen Motiven aufgeben“, so Fuhrmann. Das Sozialministerium meldet, dass 32 der 142 Hausärzte im Hochtaunus 60 Jahre und älter sind. Allerdings dürften sie über das 68. Lebensjahr hinaus Praxen betreiben.

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