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Prallvoll mit Hilfsgütern: Das gespendete Feuerwehrauto vor der Abreise in Burgholzhausen.

Friedrichsdorf

Hilfe für Tansania

Eine private Initiative verschifft ein ausrangiertes Löschfahrzeug, das 30 Jahre lang bei der Feuerwehr Friedrichsdorf-Burgholzhausen in Dienst war, nach Afrika.

Von Ingo Schubart

Das Frachtschiff Grand Victoria ist am Sonntag von Bremerhaven in Richtung Mombasa (Kenia) gestartet. Mit an Bord ein ausrangiertes Löschfahrzeug, das 30 Jahre lang bei der Feuerwehr Friedrichsdorf-Burgholzhausen in Dienst war. Neun Stunden haben Dirk Cloos und sein Sohn Daniel Hinkel für die Fahrt nach Bremerhaven gebraucht. „Wenn alles gut geht, wird es zwischen dem 14. und 21. Juni vom Schiff rollen“, sagt der begeisterte Feuerwehrmann Dirk Cloos.

In Mombasa wird es von Gasiano Senzighe in Empfang genommen und in den Norden Tansanias überführt, wo es im District Mwanga, unweit des Kili-mandscharo stationiert werden soll. „Der Brandschutz und die Geräte zur Hilfe bei schweren Unfällen sind dort unten bislang völlig unzureichend“, weiß Dirk Cloos, der die Region vom eigenen Besuch kennt.

Cloos erzählt, dass er bei Bürgermeister Horst Burghardt im vergangenen Jahr angefragt habe, ob man das Löschfahrzeug von 1985 nicht sinnvoll weiter nutzen könne. Dirk Cloos ist Berufsschullehrer, ebenso wie Bernd Simon aus Bad Homburg, und man hat mit dem Verein „PROBONO – Schulpartnerschaften für eine Welt“ schon mehrere Projekte in Nord-Tansania gestartet.

Der Macher dort heißt Gasiano Senzighe und ist Leiter eines Berufsausbildungszentrums für technische Berufe. Er war auf Einladung der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Deutschland. Cloos und Simon sehen sich nicht als Entwicklungshelfer, sondern sprechen ehrfurchtsvoll von Gasiano Senzighe, der jungen Leuten durch eine technische Ausbildung den Weg in die Selbständigkeit eröffnet und mit dem sie zusammenarbeiten.

Auch Daniel Hinkel hat schon die Luft am Fuße des Kilimandscharo geschnuppert. Er war im vergangenen Jahr für ein Praktikum im Malage Vocational Training Centre im Rahmen seines Studiums an der FH Frankfurt. Mit seinem Vater stand er im Mail-Kontakt, und der hat ihn dann gefragt: „Was gibt’s denn da für Feuerwehrautos?“

Einsatzfahrzeug mit Wassertank ausgestattet

Dienste, die hierzulande von der Feuerwehr als Selbstverständlichkeit geleistet werden, übernehmen in Tansania private Sicherheitsfirmen. Gegen Bares. „Die fragen, ob man Geld hat, und wenn nicht, ziehen sie unverrichteter Dinge wieder ab“, sagt Dirk Cloos.

Wenn das Löschfahrzeug in Tansania ankommt, soll es mit einem etwa 1000 Liter fassenden Wassertank umgerüstet werden, denn Hydranten gibt es keine. Dafür soll es aber auch relativ wenige Brände geben, so Cloos. Man ist davon überzeugt, dass das Fahrzeug vor allem bei Unfällen zum Rettungseinsatz kommen kann. Denn von denen soll es recht viele geben.

Von Tankstellen wolle Gasiano Senzighe einen Obolus verlangen, mit dem der Unterhalt des Feuerwehrfahrzeugs gesichert wird. Und man ist sich einig, dass durch die Anbindung an das Ausbildungszentrum gewährleistet ist, dass das Gerät auch ordentlich gewartet wird. Mehr noch, Dirk Cloos und sein Sohn haben sich schon die Herbstferien reserviert, um selbst hinzufahren und den Menschen einen Kurs in Feuerwehrarbeit zu geben.

Freiwillige Feuerwehren sind in Tansania etwas ganz Neues; Erst mit einer Gesetzesreform wurden sie vor kurzer Zeit eingeführt.

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