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Holzernte in Hanau

Taunus

Hessens erste Holzagentur

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19 Kommunen aus fünf Kreisen im Taunus gründen eine gemeinsame Vermarktungsgesellschaft. Das tun sie nicht ganz freiwillig.

Um das Holz aus ihren Wäldern gemeinsam verkaufen zu können, haben sich 19 Städte und Gemeinden aus fünf Landkreisen zur ersten interkommunalen Holzvermarktungsgesellschaft Hessens zusammengeschlossen. Unter dem Namen „Holzagentur Taunus“ soll sie künftig pro Jahr rund 115 000 Festmeter an den Markt bringen.

Bislang hatten die beteiligten Kommunen das Geschäft dem Landesbetrieb Hessen Forst übertragen. Und man wäre auch „nicht unglücklich“ gewesen, das Modell fortzuführen, sagt Weilrods Bürgermeister Götz Esser (FWG). Wegen einer Entscheidung des Bundeskartellamtes sei das aber nicht mehr möglich.

Bei der Holzagentur gehe es nur um den Verkauf, betont Esser, die Pflege der Wälder können die Kommunen auch weiterhin den Mitarbeitern von Hessen Forst übertragen. „Jeder entscheidet das für sich“, sagt Weilrods Rathauschef. So gibt es etwa in der Main-Taunus-Kreisstadt Hofheim Bestrebungen, eigene Förster zu beschäftigen.

Gemeinsam mit seinem Amtskollegen aus Weinbach, Jörg Lösing, hat Götz Esser das Vermarktungsmodell ausgearbeitet. Hauptziel seien „schlanke Strukturen“ gewesen. Deswegen habe man sich letztlich auf eine GmbH geeinigt. Die Holzagentur wird ihren Sitz im alten Forstamt von Rod an der Weil haben.

Zum Geschäftsführer haben die Gesellschafter Marc Humez berufen, der als stellvertretender Leiter der Holzverkaufsstelle Freudenstadt im Schwarzwald einschlägige Erfahrung mitbringt. Der Weinbacher Revierförster Christian Hild fungiert mit einem Halbtagsjob als Prokurist. Beide sollen möglichst bald loslegen. Nachdem Vertreter der beteiligten Kommunen nun den Gesellschaftervertrag unterschrieben haben, fehlt dazu nur noch der Eintrag ins Handelsregister.

Durch die gemeinsame Holzagentur habe man die Möglichkeit, größere Mengen am Markt zu platzieren und dabei auch weltweit zu agieren, erläutert Götz Esser. In den einzelnen Rathäusern wäre es nicht möglich gewesen, das nötige Know how dafür aufzubauen.

Für die Anfangszeit rechnen die Gesellschafter mit einem Zuschuss des Landes. Götz Esser geht von insgesamt 300 000 Euro für die ersten drei Jahre aus. Ein Vertreter des hessischen Umweltministeriums signalisierte bei der Gründungsveranstaltung auch eine entsprechende Unterstützung. Noch ist aber die dazu nötige Förderrichtlinie nicht beschlossen.

Gemeinsam besitzen die 19 beteiligten Kommunen rund 20 000 Hektar Wald. Die größten Flächen bringen die Hochtaunuskommune Weilrod und Butzbach aus dem Wetteraukreis mit jeweils 3100 Hektar ein. Den kleinsten Waldbestand hat Steinbach mit 85 Hektar.

Holzverkauf

Auf Grund einer Entscheidung des Bundeskartellamts darf der Landesbetrieb Hessen Forst künftig kein Holz mehr aus kommunalen Wäldern vermarkten. Ziel ist ein größerer Wettbewerb.

Gesellschafter der neuen Holzagentur Taunus sind die 19 Kommunen Friedrichsdorf, Glashütten, Grävenwiesbach, Königstein, Kronberg, Schmitten, Steinbach, Wehrheim, Weilrod (alle Hochtaunuskreis), Eppstein, Eschborn, Hofheim, Kelkheim, Sulzbach (Main-Taunus-Kreis), Butzbach, Friedberg, Rosbach (Wetteraukreis) sowie Bad Schwalbach (Rheingau-Taunus-Kreis) und Weinbach (Kreis Limburg-Weilburg).

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