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Hessenpark wird Spielzimmer

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Auch Daniela Helper war mit ihren Söhnen (von links) Colin, Elias und  Jayden dabei.
Auch Daniela Helper war mit ihren Söhnen (von links) Colin, Elias und Jayden dabei. © Sascha Rheker

Ministerpräsident Roland Koch empfängt seine Patenkinder im Hessenpark. Die Familien lassen sich einen Tag lang verwöhnen. Die Kleinen reiten auf Ponys, rodeln und balancieren Styroporblöcke auf kleinen Schubkarren.

Von Desirée Brenner

Hör auf, Atman“, sagt Munib Zukovic. Sein zweieinhalbjähriger Sohn holt tief Luft und bläst so fest er kann in seine Tröte; Seine beiden Drillingsbrüder stimmen sofort ein. „Die haben die Jungs gefunden“, erklärt Zukovic, „Ich wollte sie ihnen abnehmen, aber dann haben sie geheult.“ Zukovic lächelt, es sieht ein bisschen gequält aus. Die Familie, die mittlerweile in Mainz wohnt, nahm wie 800 andere Eltern und Kinder am letzten Drillingstreffen mit Ministerpräsident Roland Koch am vergangenen Samstag teil. Eingeladen waren viel mehr: Wegen des zehnten Jubiläums waren nicht nur die aktuellen Patenkinder bis sechs Jahren angeschrieben worden, sondern auch alle Familien mit bereits eingeschulten Drillingen oder Vierlingen, insgesamt 1500 Menschen.

Der Hessenpark sieht zu diesem Anlass aus, wie ein großes, buntes Kinderzimmer, in dem der formell lächelnde, Hände schüttelnde Ministerpräsident mit seinen anzugtragenden Begleitern fast deplaziert wirkt. Drillinge, die dieselben geblümten Kleider oder Mickymaus-T-Shirts tragen, reiten auf Ponys, balancieren Styroporblöcke auf kleinen Schubkarren über eine Wippe, reiten auf einem bockenden Metallschaf. Nur die echten Schafe, die in ihrem Auslauf keinen Schatten haben, pressen die Köpfe auf den Boden und atmen schwer.

Eltern schätzen den Austausch

„Den schenke ich meiner Mutter“, sagt die neunjährige Liz und deutet auf einen kreisförmigen Speckstein. Um ihn zu formen, weichte sie ihn mit Wasser auf und schliff ihn an einem Schleifstein. Was eine pädagogische Greifzange ist, zeigt Erika Knapp, Mitarbeiterin beim Event-Management. Sie nimmt eine Art Müllzange mit Gummikappen in die Hand und versucht, einen Playmobilritter damit zu greifen und auf ein schmales Brett in Hüfthöhe zu stellen. „Noch besser wäre es, wenn ich es aufrecht hinstellen könnte“, lacht sie und verliert dabei beinahe das Männchen. „Für die Kleinen ist das ein Kraftakt, weil sie meist kleiner sind, als das Brett hoch“, erläutert sie und unterstützt das nächste Kind bei seinen Bemühungen.

Catherine William beobachtet ihre drei siebenjährigen Jungen mit ihrem Mann Anton dabei, wie sie rückwärts die Sommerrodelbahn herunterfahren. Das Drillingstreffen schätzt sie, „weil man sich hier gut mit anderen Drillingseltern austauschen kann.“ Auf die Frage, ob sie traurig sei, dass Koch geht, antwortet die Hanauerin pragmatisch: „Kommt darauf an, was danach kommt.“

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