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Ein Herzenswunsch der Homburger

  • Olaf Velte
    VonOlaf Velte
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Der Herzbergturm ist 100 Jahre alt

Angenehmes Wanderwetter, so die Überlieferung, habe an diesem Tag geherrscht. Von einem „scharfen Lüftlein“ am Nachmittag des 31. Juli 1911 ist die Rede, aber auch von Fanfarenklängen, Chorgesang und Schlüsselübergabe. Groß war die Freude über die Einweihung des 25 Meter hohen und aus Taunusquarzit errichteten Herzbergturms – ging doch ein langgehegter Wunsch zahlreicher Homburger in Erfüllung.

Die Geschichte der touristischen Erschließung des „Herzkopfs“ ist eng verknüpft mit dem Wirken des Taunusklubs. Am 2. Mai 1875 ersteigen einige Herren, darunter Taunusklub-Gründer August Ravenstein und Baurat Louis Jacobi, die Höhe über der Kurstadt, lassen sich von Natur und Landschaft begeistern – und planen die Errichtung eines Aussichtsturms. Auch ein Gebäude „zu Schutz- und Bewirthungszwecken“ wird gewünscht.

Die rasche Umsetzung scheitert jedoch an den hohen Kosten. Stattdessen wird ein Jahr später ein „Schaugerüst“ aufgestellt, in unmittelbarer Nähe auch das „Herzberghäuschen“. Vom Homburger Untertor, so ist zu lesen, sind es bis dort hinauf insgesamt 7900 Schritte.

Mäzene ermöglichen 1878 den Bau eines 18 Meter hohen Holzturms; die Stadt überlässt der Homburger Sektion des Taunusklubs das Gelände kostenlos. Weil das hölzerne Gebilde nur eine begrenzte Lebensdauer hat, soll ein Steinturm her. Bereits 1891 beginnen das Geldsammeln und die Planungen – zwanzig Jahre später ist das Werk vollendet. Der erste Wirt, Clemens Heid, wandert mit dem frühen Morgenlicht hinauf zum Gipfel, um den Gastraum im Turm zu bewirtschaften.

Eine Obernhainerin bringt die Lebensmittel zur Höhe, das Trinkwasser stammt aus einem selbstgegrabenen Brunnen. Als Nachfolger betritt Peter Datz, Inhaber des Dornholzhausener Hotels „Scheller“, im Jahre 1915 den Herzkopf. Ein separates Gasthaus entsteht und bietet „erstklassige Verpflegung zu soliden Preisen“.

Pächter wechseln

Während die erste Schänke als schmuckloser Holzbau angelegt war, zeigt sich die 1932 eingeweihte „Herzberghalle“ mit massivem Untergeschoss und großer Fensterfront. In der Folge wechseln die Pächter mehrfach, bevor 1958 die Ära Härtig beginnt.

Strom- und Wasseranschluss gibt es nicht, ein Diesel-Generator liefert Energie. Nach vier Jahrzehnten muss Manfred Härtig den Berg verlassen, das Haus wird anschließend saniert. Ställe und Klohütte werden abgerissen, Toiletten und Kühlräume eingebaut.

Heute können Alexander Spöhrer und Michael Abt – seit zehn Jahren Pächter – den Berggasthof im zeitgemäßen Stil bewirtschaften. Noch immer wird die Wohnung unter der Dachschräge genutzt. Jedoch ist die dunkle Rustikalität früherer Jahre verschwunden – geblieben sind immerhin die ewigen Herzbergspezialitäten wie Brombeerwein und Bärwurz.

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