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Etienne Garcia Vihola (8) aus der Klasse 3c der Hölderlinschule macht Tempo.

"Bad Homburg in Bewegung"

Held in vier Sekunden

Zeiten messen wie die Profis - das bietet das System "Runticks" derzeit den Schülern in Bad Homburg. Höhepunkt ist ein Aktionstag am 20. Juni im Jubiläumspark. Von Martina Propson-Hauck

Von Martina Propson-Hauck

Solomon rennt, und seine Klassenkameraden toben. Anfeuerungsrufe wie bei einem sportlichen Großereignis schallen durch die Turnhalle der Hölderlinschule. Solomon ist einfach nicht zu schlagen. Nicht beim ersten, nicht beim zweiten, nicht beim dritten Durchlauf. Nur sein Zwillingsbruder Shadrach ist annähernd so flink wie er.

Rund 40 Drittklässler testen an diesem Vormittag, wie schnell sie reagieren und wie wendig sie einen kurzen Laufparcours absolvieren können. Das Ganze wird per Laser gemessen und als Ergebnis schwarz auf weiß sofort ausgedruckt. Runticks heißt das System, das sonst Leistungstennisspieler und Fußballer benutzen. "Aber auch Kinder laufen hier sofort begeistert mit", sagt Thomas Drohmann von GSM-Sports, der mit dem elektronischen Parcours und Mitarbeitern derzeit durch fast alle Bad Homburger Schulen tourt. Auch Rollstuhlfahrer oder Bobbycar-Flitzer haben das System in anderen Städten schon genutzt.

Spaß als Ziel

In der Kurstadt ist die Schultour der Auftakt zum Aktionstag "Bad Homburg in Bewegung" am 20. Juni im Jubiläumspark. Solomon und Shadrach werden die Klassen 3c und d ihrer Schule an diesem Tag im Finale vertreten. Denn die drei schnellsten Jungen und Mädchen ihrer Klassen dürfen dort noch einmal auf den elektronischen Parcours gehen und den Stadtsieger ermitteln. Gemessen werden Reaktion, Antritt, Wendigkeit und der Rücklauf im Sechs-Meter-Sprint sowie die Gesamtzeit. 4,1 Sekunden gilt es dabei zu schlagen, die Rekordzeit hält derzeit ein Schüler der Gesamtschule am Gluckenstein. Solomon kommt auf 4,4 Sekunden, die besten Mädchen brauchen zwei Zehntel mehr.

Ziel der Aktion ist es, Kinder und Erwachsene in Bewegung zu bringen. Spaß soll dabei im Vordergrund stehen. Und der vermittelt sich beim Spiel mit der elektronischen Zeitnahme ganz von selbst. Die Kinder sammeln und vergleichen ihre Zeitbons. Wer in der Gesamtzeit ein wenig langsam ist, hat vielleicht ein bisschen schneller reagiert als sein Kumpel. Zudem wird auch getauscht, denn für mehrere Laufbons mit gleichem Sponsorenaufdruck gibt es beim Aktionstag kleine Preise.

Solomon ist kein Mitglied in einem Sportverein. Fußball spielt er mit seinen Freunden gern draußen. "Manchmal geht dabei aber auch mal Glas kaputt", erzählt er. Um das künftig zu vermeiden, könnte ihn beim Aktionstag ja mal ein Trainer ansprechen.

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