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Heiße Reifen in Schnee und Eis

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Die Bad Homburg-Botschafter starten, Bürgermeister und Fastnachtsprinzessin winken.
Die Bad Homburg-Botschafter starten, Bürgermeister und Fastnachtsprinzessin winken. © Martin Weis

Vor dem Kurhaus machen am Sonntag knapp 30 Starter der Rallye Monte Carlo Historique Station. Als „Bad Homburg-Botschafter“ ist das Team Jörg Hölzer/Günter Krause dabei. Sie werben auch für die Rückkehr der „echten Monte“ in die Kurstadt.

Von Jürgen Streicher

Natürlich waren sie wieder da. Diejenigen, die immer noch oder immer wieder davon träumen, dass Bad Homburg erneut ein „richtiger“ Startort der Rallye Monte Carlo wird. Wie damals, von 1977 bis 1979, als die Kurstadt mit Champagnerluft eine der exklusiven Stationen war, die zur Familie der berühmtesten und legendärsten Rallye gehörten. Als Rallyefahrer mit klangvollen Namen die Rampe verließen für das etwa 5000 Kilometer lange Abenteuer mit Ziel im mondänen Monte Carlo. Als vielleicht noch ein paar mehr Damen in Pelz zur Abfahrt winkten als gestern.

Und gilt nicht die Spielbank im Kurpark als „Mutter von Monte Carlo“? Greift nicht Homburg, das gerade den Titel 100 Jahre Bäderstadt gefeiert hat, nach neuen Meriten wie dem Status Weltkulturerbe? Werner Hölzer, der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Bad Homburg, hofft und glaubt daran, dass die Kurstadt wieder Startort werden könnte. Mit seinem Partner Günter Krause versteht er sich als „Bad Homburg-Botschafter“ in offizieller Mission im Auftrag von Stadt und Spielcasino. Seit gestern sind sie unterwegs Richtung Monte Carlo.

Auf dem Kurhausvorplatz hatten Hölzer und Krause in ihrem orangefarbenen BMW 2002 ti am Spätnachmittag ein Heimspiel. Zum dritten Mal in Folge war das Team bei der Rallye Monte Carlo Historique dabei, der kleinen Schwester der großen „Monte“. Im Minutentakt wurden die Autos nach einer Durchgangskontrolle auf die Weiterreise Richtung Süden geschickt, gestartet waren die 29 hauptsächlich skandinavischen Teams am Tag zuvor in Kopenhagen.

Nach Dänemark waren auch Hölzer/Krause gereist. Den 1800 Kilometer langen Umweg nahmen sie nur deswegen in Kauf, um in Bad Homburg Station machen zu können. Weil Warschau als bisheriger Startort vom Veranstalter (Automobilclub von Monaco) aufgrund weniger Meldungen gestrichen worden war, kamen im Winter 2013 nur die Kopenhagen-Starter durch Bad Homburg.

Entsprechend überschaubar war das Feld der Fahrzeuge vor dem Kurhaus und in der Fußgängerzone. Und dennoch war es umlagert von den vielen Fans, die trotz unwirtschaftlicher Wetterlage mit Fotokamera und Smartphone gekommen waren. Alle Fahrzeugtypen haben in früheren Jahren an der Original-Rallye teilgenommen. Begehrte Bildmotive gaben sie noch immer her. Und wenn dann noch die Motoren aufröhrten zum Benzingeruch, freuten sich die Autoliebhaber ganz besonders.

Der BMW der Homburg-Botschafter etwa ist Baujahr 1975. Mit ihm und auch mit der Startnummer 200 ist das Duo zum dritten Mal dabei. Zu toppen gilt es das Ergebnis vom Vorjahr, als sie die Rallye unter 310 Teilnehmern auf dem 86. Platz beendeten. Nach der finalen Etappe mit der „Nacht der langen Messer“ in den kurvigen Seealpen und der Fahrt über den Col de Turini durch Schnee und Eis wollen Jörg Hölzer und Günter Krause bei der Ankunft im Hafen von Monte Carlo am 1. Februar in der Rangliste noch weiter vorne stehen.

Im Internet können Rallye-Fans das Rennen unter www.acm.mc verfolgen.

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