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Ein Hauch Karibik

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Büste von Friedrich II. auf dem Landgrafenplatz in Friedrichsdorf.
Büste von Friedrich II. auf dem Landgrafenplatz in Friedrichsdorf. © FR/Müller

Da wird auch der Landgraf zum Fußballfan: Hitze, Cocktails und Public Viewing dominieren bei der 30. Auflage des Hugenottenmarktes in Friedrichsdorf. Von Jonathan Vorrath

Von Jonathan Vorrath

Überall Menschen mit Fahnen, schwarz-rot-goldenen Blumenketten und lauten Vuvuzelas. Was auf den ersten Blick wie eine weitere Fanmeile aussah, war am Wochenende in Wahrheit das größte Straßenfest Friedrichsdorfs - der 30. Hugenottenmarkt. Von Freitag bis Sonntag strömten die meisten Besucher nach der größten Tageshitze zum Essen, Trinken und Stöbern an die Stände, zu guter Musik und dieses Jahr eben auch zum Fußballgucken.

Los ging es am Freitag um 15 Uhr. Da eröffneten Bürgermeister Horst Burghardt und der Förderverein den Markt feierlich auf dem Landgrafenplatz. Zuvor hatte die Friedrichsdorfer Feuerwehr bei einem Kontrollgang alle Stände auf ihre Sicherheit überprüft - auch den eigenen. Denn nach einigen Jahren Pause präsentierten sich die Brandbekämpfer erstmals wieder mit einem Essens- und Getränkeangebot auf dem Landgrafenplatz. Gleich gegenüber bewirtete die DLRG ihre Gäste.

Kundschaft gab es zuhauf. Denn auf der großen Landgrafenplatz-Bühne spielten nicht nur Bands wie Best Adams oder Heartbreakhotel, sondern hier wurden auch alle Viertelfinalbegegnungen der Fußballweltmeisterschaft gezeigt.

Besonders zum Spiel Deutschland-Argentinien war der Friedrichsdorfer Ortskern am Samstagnachmittag voller Menschen. Trotz der tropischen Temperaturen und reichlich Alkoholkonsum waren nach Angaben des Roten Kreuzes nur vereinzelt Hilfseinsätze notwendig.

Am Abend, als sich die Fußballeuphorie gelegt hatte und das letzte Viertelfinale nur noch im Hintergrund lief, kam dann wieder die traditionelle Hugenottenmarkt-Atmosphäre auf.

Vom Institut Garnier bis zum Rathaus wurde gelacht und gefeiert. Der Duft von selbst gemachten Kartoffelchips, Crêpes und Grillfleisch lag in der Luft. Neben Bier und Wein gab es in diesem Jahr auch zahlreiche bunte Cocktailbars. Der Friedrichsdorfer Cocktailguru Olaf Ludwig servierte an seinem Stand nahe der Kirche.

In der dahinter gelegenen Philipp-Reis-Passage konnte man ein Stück Karibik erleben. In einer kleinen Bambushütte wurden zu Südseemusik kühle Drinks gereicht. Die aufgestellten Fackeln sorgten für eine lauschige Atmosphäre, während die Sonne langsam unterging.

Einige Besucher waren aber nicht nur wegen der Verköstigung gekommen: "Hier kann man viele Leute wiedertreffen, die man schon lange nicht mehr gesehen hat, weil sie wegen des Studiums weggezogen sind", sagte Studentin Laura. "Für den Hugenottenmarkt kommen viele übers Wochenende hierher." Und der 17-jährige Patrick meinte lachend: "Zum Glück ist es so heiß - da hat man bei den vielen hübschen Mädchen was zu gucken."

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