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Gute Fassade, schlechte Fassade

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Von: Fabian Böker

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Laut Kur- und Verkehrsverein ist dieses Haus schön...
Laut Kur- und Verkehrsverein ist dieses Haus schön... © Martin Weis

Der Kur- und Verkehrsverein prämiert schöne Häuser und prangert Negativbeispiel an.

In der Politik freut man sich auch schon über kleine Erfolge. Ein solcher ist nun zwei Vertretern von SPD und CDU gelungen, wenn auch nicht in der Politik selbst: Stephan Wetzel (SPD) und Peter Löw (CDU) besitzen zusammen die Immobilie Louisenstraße 99, und diese ist in diesem Jahr einer der Preisträger der Fassadenauszeichnung durch den Kur- und Verkehrsverein Bad Homburg.

Gewürdigt wurde das Engagement der Hausbesitzer, dem Gebäude das ursprüngliche Aussehen zu verleihen. Insbesondere der einst abgerissene und nach dem Kauf des Hauses vor etwa elf Jahren wieder aufgebaute zweite Balkon aus Gusseisen hatte es der Jury des Kur- und Verkehrsvereins angetan. Beide Balkone zusammen, so Vereinsvorsitzender Wolfgang Herder, „geben dem Eckhaus eine besondere Prägung“.

Bei Löw und Wetzel ist die Freude groß. Wetzel, Vorsitzender der SPD Hochtaunus, sieht in der Auszeichnung „eine Bestätigung für unser Ziel, das Haus möglichst detailgetreu nach historischem Vorbild zu restaurieren“. Löw, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Mitte, erklärt, dass schon bei der Grundsanierung des Hauses historischer Stuck gefunden worden sei. Nun sehe das Haus wieder aus wie bis zu den 60er Jahren.

Das Gebäude, in dem unter anderem Landtagsabgeordnete Elke Barth ihr Büro hat, erhält nun eine Emaille-Plakette. Geht es nach Wolfgang Herder, können diese Plaketten eine Art Wegweiser durch die Stadt darstellen. „An Orte, an denen man sich wohlfühlen kann“, so der Vereinsvorsitzende.

Aber wo Licht ist, gibt es meist auch Schatten. Parallel zum Fassadenpreis verleiht der Kur- und Verkehrsverein auch den „Stein des Anstoßes“. Damit soll auf Fassaden aufmerksam gemacht werden, die, so die dazugehörige Urkunde, „keine Zierde für unsere Stadt“ sind. In diesem Jahr erwischte es das Haus an der Elisabethenstraße 34.

Der Anblick ist wahrlich nicht schön. Eine Fensterscheibe fehlt komplett, die Tür ist verzogen. Die Markise an der Außenwand ist zerfetzt, der Putz ist an manchen Stellen zu ab, dass die Backsteine durchkommen. Einzig das Schild des früher dort ansässigen Restaurants „Bosporus“ ist noch halbwegs unversehrt.

Die Besitzerin des Hauses wollte es schon längst verkaufen. Dann sprang der Käufer ab, eine Krankheit setzte sie zudem lange außer Gefecht. Nun wolle sie einen neuen Anlauf starten, sagt die Frau am Telefon. Alleine sei das aber nicht mehr zu stemmen, vor allem finanziell.

In der Vergangenheit hat es bereits einmal geklappt. In der Ferdinandstraße gehörte ihr ebenfalls eine Immobilie, die zunehmend verfiel. Sie restaurierte das Haus, und erhielt später den Fassadenpreis.

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