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Grüße aus 100 Jahren Unterwelt

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In der Haingasse werden das Kanalsystem sowie alle Gas- und Wasserleitungen erneuert. Dort liegen zum Teil noch Rohre aus dem Jahr 1910 in der Erde.

Von Martina Propson-Hauck

Wallstraße, Höhestraße und Elisabethenstraße sind schon dran gewesen. Als nächstes ist der obere Teil Haingasse an der Reihe. Im kommenden Jahr will die Stadt dort das mehr als 100 Jahre alte Kanalsystem komplett erneuern. Auf den 160 Metern zwischen Elisabethenstraße und Louisenstraße liegen nach Information der Stadtverwaltung noch Rohre aus dem Jahr 1910. In anderen Straßen gibt es ähnlich alte Leitungen. Deshalb ist die Sanierung der innerstädtischen Unterwelt auch so etwas wie eine unendliche Geschichte geworden. Je nach Dringlichkeit werden die Rohre in der Stadt erneuert.

Im Frühjahr 2013 sollen die Arbeiten an der Kreuzung zur Elisabethenstraße begonnen werden. In sehr kleinen Bauabschnitten soll die Straße Stück für Stück Richtung Schulberg aufgerissen werden, damit die Geschäfte dort sowie das Parkhaus Am Markt (ehemals Woolworth) möglichst erreichbar bleiben. Die Haingasse wird dann jeweils nur in Höhe der Baustelle voll gesperrt, von den beiden Seiten her wird sie jeweils als Sackgasse befahrbar sein. Die Gehsteige sollen bis zur abschließenden Erneuerung des Fahrbahnbelags erhalten bleiben, damit die Kunden sauberen Fußes in die Geschäfte kommen können.

Störungen haben sich gehäuft

Das vorhandene Kanalsystem besteht aus einem Regenwasser- und einem Schmutzwasserkanal. Diese Kanäle sind ziemlich marode. Bei der Erneuerung soll das getrennte System durch einen Mischwasserkanal ersetzt werden, teilt die Stadt mit. Auch die Gas- und Wasserleitungen werden erneuert, wenn die Straßendecke ohnehin aufgerissen werden muss. Sie sind zwar etwas jüngeren Datums, stammen aber auch von 1967. Die Hausanschlüsse sind teilweise noch älter, auch sie sollen ausgetauscht werden.

Die Stadtwerke verzeichnen seit 1997 in der Haingasse sieben Wasserleitungsschäden und fünf kurzfristige Reparaturen an der Gasversorgung. Im vergangenen Juni mussten die Stadtwerke das letzte Mal wegen einer defekten Wasserleitung in einem Notfalleinsatz in die obere Haingasse ausrücken.

Diese Häufung zeige, wie dringend die Arbeiten seien, sagt Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne). Verlegt werden müssen insgesamt 140 Meter Gas- und Wasserhauptleitungen sowie eine Gashochdruckleitung, die die Versorgungssicherheit erhöhen soll.

Bis zum Laternenfest im August sollen die Arbeiten soweit fertig sein, dass die Straße provisorisch asphaltiert werden könne. Die Haingasse sei dann wieder befahrbar. Im Frühjahr 2014 sollen die Gehwege und die Fahrbahn schließlich komplett erneuert werden. Vorgesehen ist die gleiche Oberfläche wie in der Wallstraße und in der unteren Haingasse, die bereits 2010 mit der Erneuerung der Kanäle und Leitungssysteme dran war. Das soll noch einmal vier Monate lang dauern.

Betroffene Anwohner und Geschäftsinhaber informiert der OB detailliert in einer Infoveranstaltung am Donnerstag, 22. November, um 19 Uhr in der Volkshochschule, Elisabethenstraße. Dort können auch Anregungen für die Planung des Straßenausbaus gegeben werden, insbesondere zu Fragen der Beleuchtung und der Gestaltung der Parkflächen.

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