Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hochtaunus

Grüne im Kreis vor SPD

Nach der Auszählung aller Stimmen steht fest: Im künftigen Hochtaunus-Kreistag sind Schwarz-Grün oder CDU/FDP/FWG als Koalitionsoptionen möglich.

Von Klaus Nissen

Genau 88880 Wahlzettel mit jeweils 71 Stimmen mussten die Wahlhelfer seit Sonntagabend auszählen. Am Dienstag gegen 16 Uhr hatten sie die Sisyphusarbeit erledigt: Die Zusammensetzung des neuen Kreistags steht fest.

Die CDU bleibt mit 28 Sitzen größte Fraktion, obwohl sie fünf Mandate einbüßt. Mit 15 Mandaten überholen die Grünen erstmals die SPD, der nur noch 14 Abgeordnete bleiben. Die FDP verliert zwei Sitze und hat nur noch fünf Vertreter, die Freien Wähler gewinnen einen Sitz hinzu. Die Linke wird wieder mit Hermann Schaus und Bernd Vorlaeufer-Germer in den Kreistag ziehen. Einen Abgeordneten stellen die „Republikaner“. Als Pirat sitzt der ehemalige Friedrichsdorfer FDP-Fraktionschef Michael Geurts im neuen Kreistag.

Heikle Personalie

Die schwarz-gelbe Koalition früherer Jahre hat keine Mehrheit mehr. CDU und FDP kommen zusammen auf 33 Stimmen – nötig wären 36, um ein Übergewicht im 71 Abgeordnete zählenden Kreisparlament zu bekommen. Für die CDU als größte Fraktion gibt es zwei realistische Möglichkeiten, ihre Macht zu sichern: Am einfachsten wäre es für den Ex-Landrat und CDU-Vorsitzenden Jürgen Banzer, die fünf FWG-Kreistagsabgeordneten ans schwarz-gelbe Bündnis zu binden. Sie haben bisher oft mit der Koalition gestimmt. Das neue Dreierbündnis käme auf 38 Stimmen – zwei mehr als unbedingt notwendig sind. Falls es so kommt, muss sich der Erste Kreisbeigeordnete Wolfgang Müsse (FDP) nach Ablauf seiner Amtszeit Ende 2013 wahrscheinlich nach einem neuen Job umsehen. Die FWG wäre im Bündnis genauso stark wie die FDP und könnte das wichtige Amt ab 2014 mit Recht für sich beanspruchen. Marcus Kinkel hätte die nötige Kompetenz. Der 43-jährige Jurist gewann 2008 die Bürgermeisterwahl in Schmitten.

Die zweitbeste Möglichkeit für einen Machterhalt bietet sich der CDU mit einem schwarz-grünen Bündnis. Es hätte mit 43 Stimmen die satteste Mehrheit im Parlament. In früheren Debatten pflegte Grünen-Sprecher Norman Dießner einen verbindlichen Umgangston, Übereinstimmungen mit CDU-Positionen kamen gelegentlich vor. Dann müsste freilich die CDU den FDP-Kreisbeigeordneten Wolfgang Müsse sofort opfern. Es fragt sich, ob Jürgen Banzer diesen radikalen Bruch mit dem einstigen Bündnispartner wagt. Eine schwarz-rote Koalition wäre ebenfalls möglich. Allerdings haben SPD-Fraktionschef Manfred Gönsch und Jürgen Banzer bisher keinerlei Sympathie füreinander erkennen lassen. Zudem dürfte es schwierig sein, der jeweiligen Parteibasis dieses Bündnis schmackhaft zu machen.

Acht Gruppierungen tummeln sich im neuen Kreistag. Eine neunte ist die Bürgermeisterfraktion: Gregor Sommer (Wehrheim) und Klaus Hoffmann (Neu-Anspach) von der CDU, außerdem Hans-Georg Brum (Oberursel, SPD), Stefan Naas (Steinbach, FDP), Horst Burghardt (Friedrichsdorf, Grüne) und Marcus Kinkel (Schmitten, FWG).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare