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Komasaufen (Symbolbild).
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Komasaufen (Symbolbild).

Bad Homburg

Großeinsatz gegen Komasaufen

Der akademische Nachwuchs muss vor sich selbst geschützt werden: Bad Homburger Abiturienten feiern kontrolliert im Jubiläumspark und zahlen für den freiwilligen DRK-Einsatz.

Von Jürgen Streicher

Der hoffnungsvolle akademische Nachwuchs feiert streng bewacht. Um den inneren Festbereich im Jubiläumspark mit Wummermusik-Discolaster und Biertränke patroullieren Männer und Frauen ganz in Schwarz, die mit ihren aufgeplusterten Jacken ordentlich was hermachen. Die private Firma und ihre Sicherheitsleute haben Hausrecht im Park, notfalls können sie den Feiernden auch die Rote Karte zeigen - Platzverweis. Und dürfen Taschen, Beutel und Rucksäcke nach harten Alkoholika durchstöbern. Die sind auf der Festwiese nach früheren Exzessen nicht erlaubt.

Leere Wodkaflaschen zieren die Bänke im Umfeld schon um drei Uhr mittags. Da strömt das Abiturvolk von allen Seiten in den „Jubipark“. Rund 1000 werden es wohl sein, die zentrale Fete hat sich auch in den Nachbarkommunen rumgesprochen. „Abitanic - Wir verlassen das sinkende Schiff“ haben die Jungs und Mädchen vom Kaiserin-Friedrich-Gymnasium auf ihr Jahrgangs-T-Shirt geschrieben, andere outen sich als Abgänger vergangener Jahre. Ob das Abitur tatsächlich der „Aufstieg in die nächste Liga“ war, wie ein T-Shirt weismachen will, bleibt ungeklärt.

Der akademische Nachwuchs feiert unter der Oberaufsicht von mehr als einem Dutzend Security-Leute, 25 freiwilligen Rotkreuz-Helfern, zahlreichen Polizisten und freiwilligen Polizeihelfern. Ein Feldlazarett mit Zelten und Notstromgenerator hat das DRK im oberen Parkbereich aufgebaut, mit zwei Quads drehen Helfer eins ums andere Mal Runden. Die Präsenz der unterschiedlich Uniformierten ist deutlich. Elf Jugendliche wurden im vergangenen Jahr mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gebracht, das soll nicht wieder vorkommen.

Als „Prävention“ sieht Einsatzleiter Harald Konopatzki daher die Arbeit seiner Leute. Von der Schule bezahlt übrigens, unter den Schülern wurde Geld eingesammelt. Und 500 Euro Kaution musste jede beteiligte Schule als Kaution für eventuelle Schäden im Park hinterlegen. Die Müllkippe wollen sie selbst aufräumen, heißt es. Wenn die Sause am Abend vorbei ist und die schwarzen Männer auf ihr Hausrecht pochen werden. Bis zum späten Nachmittag bleibt der DRK-Einsatz ein Frühlingsausflug.

Der akademische Nachwuchs muss vor sich selbst geschützt werden. Das war die Maxime bei der Organisation der Abiturfete 2011 im Jubiläumspark von Seiten der Stadt, der Polizei und der Drogenberatung. Die Drohung stand unmissverständlich im Raum: „Wenn das wieder in die Hose gehen sollte, war das die letzte Feier im Jubiläumspark“, hatte Sozialdezernent Dieter Kraft gesagt. Nach gestern besteht für den Abi-Jahrgang 2012 Hoffnung auf eine Neuauflage.

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