Bad Homburg

Große Mehrheit für Kino-Deal in Bad Homburg

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Der Oberbürgermeister kann neue Verhandlungen über einen Unterhaltungskomplex am Bahnhof aufnehmen. Das Parlament einigt sich auch beim geplanten Einzelhandel.

Mit großer Mehrheit hat das Stadtparlament am Donnerstag grünes Licht für Verhandlungen mit dem Investor Procom über den Verkauf des ehemaligen Postgeländes am Bahnhof gegeben. Auf dem Areal soll ein Unterhaltungskomplex mit Kino und Musikclub entstehen – ein Projekt, das in Bad Homburg schon lange auf der politischen Agenda steht.

Nachdem Gespräche mit der Deutschen Anlagen-Leasing (DAL) gescheitert waren, hatte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) Ende März Procom als neuen Interessenten präsentiert. Die Hamburger Immobilienfirma entwickelt bereits auf dem Nachbargrundstück ein Büroquartier.

Auf dem ehemaligen Postgelände sind sieben Kinosäle mit mehr als 900 Sitzplätzen, ein Club und ein Parkhaus für rund 300 Fahrzeuge vorgesehen. Für Kritik hatte gesorgt, dass Procom in dem Gebäude auch 1600 Quadratmeter Einzelhandelsfläche unterbringen möchte.

Es bestehe die Gefahr, dass dadurch Händler und Gastronomen in der Innenstadt weitere Einbußen erlitten, mahnte Armin Johnert, Fraktionschef der Bürgerliste (BLB). Deshalb beantragte die Wählergemeinschaft, dass keine der Einzelhandelsflächen größer als 800 Quadratmeter sein dürfe. Außerdem müsse ausgeschlossen werden, dass Flächen, die zunächst für Kino oder Club genehmigt werden, später in Geschäfte umgewandelt werden. Diese Forderung wurde sogar einstimmig angenommen – kurioserweise bei Enthaltung eines BLB-Stadtverordneten.

Procom plane ohnehin kein großes Einkaufszentrum; die Geschäfte sollten lediglich zur Versorgung der Angestellten in den Büros am Bahnhof sowie Pendlern dienen, betonte Oliver Jedynak (CDU). Mit dem nun erteilten Verhandlungsmandat ist aus seiner Sicht „ein sehr großer Schritt in Richtung Realisierung“ getan. Er gehe davon aus, dass das Kino ein „Publikumsmagnet“ werde, so Jedynak. Mit Kinopolis stehe ein zuverlässiger Betreiber bereit.

„Es wird höchste Zeit, dass wir für junge Leute etwas anbieten“, sagte Jürgen Stamm (SPD). Er erinnerte daran, dass es in Bad Homburg einmal vier Diskotheken gab. „Heute ist es nur noch eine.“

Auch Philipp Herbold (FDP) lobte die neuen Pläne. „Wir hätten uns aber gewünscht, es wäre von Anfang an so gelaufen.“ Stattdessen habe die Stadt durch die undurchsichtigen Verhandlungen mit der DAL unnötig Zeit und Geld verloren.

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