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Das große Läuten

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Jana (links) und Sophia bauen die  Hirtenszene  in der Bad Homburger Marienkirche auf.
Jana (links) und Sophia bauen die Hirtenszene in der Bad Homburger Marienkirche auf. © Monika Müller

Weihnachten im Taunus - mit Glockenschall und Gottesdienst in die Heilige Nacht.

Von Olaf Velte und Jürgen Streicher

Süßer die Glocken nie klingen/Als zu der Weihnachtszeit“ – wer kennt es nicht, dieses Hohelied auf Christi Geburt und weltumspannendes Frohlocken? Unüberhörbar wird die Heilige Nacht am heutigen Samstag auch vor den dezemberdunklen Taunushöhen eingeläutet.

Pünktlich zur dritten Nachmittagsstunde werden alle Oberurseler Kirchenglocken den Beginn des Weihnachtsfestes festlich ankündigen. Hinter dem Frankfurter mit seinem „ Großen Stadtgeläut“ muss sich der Oberurseler nicht verstecken – so dachten die Stadtväter einst und baten die Pfarrherren um das gemeinsame Glockenspiel. Das mächtige Läuten ist mittlerweile gute Orscheler Weihnachtstradition. Eine Viertelstunde lang wird die Klangfülle den städtischen Raum beherrschen. Da mischen sich die Töne der Glocken von St. Ursula – ohne die in Reparatur befindliche „Maria Crafft“ – mit den dreien im Turm der evangelischen Christuskirche am Rushmoor-Park. Kenner sprechen von einer „ typisch mittelalterlichen Klangfärbung“.

Im benachbarten Bad Homburg werden die Bürger vergeblich auf ein gemeinsames Geläut warten. „Das ist hier nicht üblich“, sagt Pfarrerin Astrid Bender von der evangelischen Erlöserkirche. Doch was ab 15 Uhr durch die Champagnerluft schallt, ist weit mehr als nur Ersatz: Alle fünf Kirchenglocken heben an – „klinget mit lieblichem Klange/Über die Meere noch weit“. Ein Zusammenspiel, das nur in der Weihnachtszeit zu erleben ist. Und wer dabei alles mitschwingt! Kaiser- und Landgrafenglocke, Elisabethen- und Mariannenglocke, sogar das 1932 gegossene Auferstehungsglöcklein. Gemeinsam laden sie ein zum Familiengottesdienst, der um 15 Uhr beginnt und ein besonderes Krippenspiel bietet. Erstmals wirken über 50 Kinder mit. Dass der Kinderchor zudem ein weihnachtliches Musical aufführt, macht das Glück komplett. Alle 900 Plätze in der Erlöserkirche werden während Christvesper (16.30 und 18 Uhr) und Christmette (23 Uhr) besetzt sein.

Wem für das Heiligabend-Buffet noch Petersilie und Rosmarin fehlen, sollte sich auf den Weg nach Kronberg machen. Der Wochenmarkt auf dem Berliner Platz ist zwischen 8 und 13.30 Uhr geöffnet und verspricht einen kulinarischen Bummel. Bevor der Nachwuchs den Christbaum plündert und deftige Fleischstücke aufgetischt werden, kann auch ein auf die Schnelle genossener Magenbitter nicht schaden.

„Ausgepackt“ heißt es heute um 16 Uhr in der Oberurseler Klinik Hohe Mark – versprochen wird ein moderner Gottesdienst mit Theater und Bildern. Zur selben Stunde gastiert der Evangelische Posaunenchor im Rind’schen Stift von Bad Homburg: „Alle Jahre wieder“ gehört wie immer zum Repertoire.

Menschen, die schon heute das Ende des Festes herbeisehnen, blicken hoffnungsvoll nach Gonzenheim. Im Vereinshaus am Kitzenhof startet am 27. Dezember um 18 Uhr der traditionelle Preisskat.

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