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Blick auf die Erlöserkirche in Bad Homburg.

Bad Homburg

Große Freude in der Erlöserkirche

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In Bad Homburg hat die Evangelische Hauptkirche Pfarrer Andreas Hannemann festlich eingeführt. Nach einer schwierigen Phase hofft die Kirchengemeinde nun auf einen Neustart.

Mit freudigem Glockengeläut von den mächtigen Türmen im Schatten des Landgrafenschlosses wurde gestern der neue Pfarrer Andreas Hannemann in der Erlöserkirche begrüßt. Die große Kirche gut gefüllt wie sonst meist nur an Feiertagen, viele Menschen wollten den sehnsüchtig erwarteten neuen Seelsorger mit ihrer Anwesenheit vom ersten Moment an stärken. Mit einem Bekenntnis zum gelebten ökumenischen Miteinander, die katholische Gemeinde St. Marien in direkter Nachbarschaft nur einen Steinwurf entfernt, mit einem deutlichen Bekenntnis zum neuen kirchlichen Kopf der Gemeinde deren Mitglieder, mit einem Bekenntnis zur Kooperation die Stadt Bad Homburg, vertreten durch Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU).

„Willkommen in der schönsten Stadt Deutschlands“, rief Hetjes dem Mann im schlichten schwarzen Talar zu. „Die Kirche ist ein wichtiger Teil unseres Gemeindelebens, wir laden Sie ein zur Zusammenarbeit auf freundschaftlicher Basis“. Ganz fremd ist Andreas Hannemann die Kurstadt nicht, er lebt mit Ehefrau und zwei Kindern in Kalbach und hat zuletzt in der Frankfurter Nord-Ost-Gemeinde zwölf Jahre lang gewirkt. Der 51-jährige Seelsorger stammt vom Niederrhein, hat nach dem Studium in Bielefeld, Tübingen und Bonn sein Vikariat in Essen durchlebt und seine erste Pfarrstelle im Kirchenkreis Wetzlar angetreten, bevor er nach Frankfurt berufen wurde.

Weniger Kirchgänger

Die Erlöserkircheist die evangelische Hauptkirche der Kurstadt. In der Architektur gilt sie als herausragendes Beispiel der wilhelminischen Neuromanik unter Einfluss des Jugendstils. Sie wurde 1908 eingeweiht.

Die Gemeindehat rund 2300 Mitglieder, der Mitgliederschwund hat zur Streichung der halben Stelle für Stadtkirchenarbeit zum 1. Januar geführt. Die lag zuletzt in der Verantwortung von Pfarrerin Astrid Bender, die sich im Dezember nach 19 Jahren aus der Erlöserkirche verabschiedete.

Eine wichtige Säule der Gemeindearbeit in der Erlöserkirche ist die Kirchenmusik mit dem bekannten Bachchor und Kantorin und Organistin Susanne Rohn, die weit über die Grenzen der Stadt hinaus wirkt. Pfarrer Hannemanns erstes Bekenntnis zu seiner neuen Kirche galt lange vor der offiziellen Einführung durch Dekan Michael Tönges-Braungart der „Freude an jener kirchenmusikalischen Arbeit, die hier in Bad Homburg seit vielen Jahren geschieht“. So stand es kürzlich im Gemeindebrief, seine Entscheidung für die Erlöserkirche sei „eng verknüpft mit dieser Freude“. Fünf Mitglieder der Familie Hannemann sorgten gestern neben Susanne Rohn und dem Chor für die musikalische Begleitung des Gottesdienstes.

Mit dem Einstieg von Andreas Hannemann geht für die Erlöserkirche eine schwierige Zeit zu Ende. Dieser Ton schwang mit während der fast zweistündigen Begrüßung des neuen Seelsorgers. In den Worten des Dekans, in denen von Pfarrer Werner Meuer aus St. Marien, in der Freude der Kirchenvorstandsvorsitzenden Petra Kühl auf die neue Zeit. Nach der Vakanz auf der Pfarrstelle und „nach dem Jahr der Abschiede“ hofft sie nun auf ein „Jahr der Begrüßungen“. Zuletzt haben sie Mitte Dezember Pfarrerin Astrid Bender verabschiedet, die für sich die Reißleine gezogen hat, als ihre halbe Stelle für die so wichtige Stadtkirchenarbeit gestrichen wurde. Und auch feststand, dass in absehbarer Zeit die andere Hälfte nach einem Beschluss der Dekanatssynode aufgrund gesamtkirchlicher Kürzungsvorgaben wegfällt.

„Die Gemeinde hat auf Sie gewartet“, sagte Dekan Tönges-Braungart, auch weil Hannemann auf Basis seiner Erziehung in einem ökumenischen Haushalt als einer gilt, der die Ökumene in den Mittelpunkt seiner Kirchenarbeit stellen wird. „Ja, mit Gottes Hilfe“ werde er versuchen, all die an ihn gestellten Erwartungen zu erfüllen, sagte er unter den aufgelegten Händen des Dekans und bekräftigte seinen Anspruch in der Antrittspredigt. Mit einem „Willkommenspaket“ mit vielen guten Homburger Gaben begrüßte ihn Petra Kühl. Drin auch eine DVD des wunderbaren Films „Vaya con Dios“. Geh mit Gott, das wünschen sie dem neuen Pfarrer hier alle.

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