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Grillen weiter erlaubt

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Zu viel Rauch und Lärm: Anwohner ärgern sich über das sommerliche Treiben auf den Buschwiesen. Doch das Stadtparlament will das Grillen dort nicht verbieten. Von Martina Propson-Hauck

Von Martina Propson-Hauck

Die gute Nachricht für alle Grillfreunde vorab: Auch künftig darf auf den Buschwiesen an den dafür ausgewiesenen Grillplätzen von 7 bis 24 Uhr unbehelligt gegrillt werden.

Das Stadtparlament hat sich am Donnerstagabend mehrheitlich gegen einen Vorstoß der BLB ausgesprochen, die erlaubten Grillzeiten auf den Buschwiesen einzuschränken. Hintergrund der Diskussion sind Beschwerden von Anwohnern, die über Rauch- und Lärmbelästigung klagen.

Nach Beobachtung von BLB-Fraktionschef Armin Johnert werde auf den Buschwiesen nicht nur gegrillt, sondern mit mehr als armlangen Holzstämmen auch offene Lagerfeuer entzündet. Das sei im Sinne des Naturschutzes nicht nur eine Belästigung für Anwohner: "Wir können nicht einfach zusehen, wie mitten im Wald Feuer gemacht wird", sagte Johnert im Parlament.

Stadtrat Peter Vollrath-Kühne (FDP) schilderte den Stadtverordneten, wie er von einem Dornholzhäuser Anwohner mehrfach zu nächtlicher Stunde mit Anrufen aus dem Bett geholt wurde. Daraufhin sei er nachts um 3.30 Uhr aufgebrochen, um sich ein Bild von der angeblichen Randale und Feuersbrunst auf den Buschwiesen zu machen, sei dort aber mit sich "und der Stille des Waldes" ganz allein gewesen.

Die vor allem auch bei Jugendlichen beliebte weiträumige Wiese mit den Grillplätzen unterhalb des Hirschgartens wollen alle Fraktionen gern erhalten. Damit es dort geordnet zugeht, hat die Ordnungspolizei in der Grillsaison des vergangenen Jahres, von Mitte April bis Ende Oktober, 187 Kontrollen zwischen 22 und 1 Uhr durchgeführt. Bei mehr als 80 Prozent der Besuche habe es keinerlei Beanstandungen gegeben. Dreimal hätten Jugendliche kleine Lagerfeuer entzündet, diese aber nach Aufforderung der Ordnungskräfte umgehend gelöscht. Nur in ganz wenigen einzelnen Fällen habe die Polizei hinzugezogen werden müssen.

Die im Rathaus und bei den Fraktionen eintreffenden Beschwerden stammen nach Einschätzung des Stadtrats von einem einzigen Anwohner, der in dem Hochhaus neben dem Gotischen Haus wohne.

Dessen Wahrnehmung einer ständigen Rauchbelästigung und die Einschätzung der Ordnungspolizei, dass auf den Buschwiesen alles in Ordnung sei, klaffe vermutlich deshalb so sehr auseinander, so erklärt es sich Vollrath-Kühne, weil bei der Vielzahl der Balkone in dem Hochhaus das Motto gelte: Einer grillt immer. Nicht nur auf den Buschwiesen.

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