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Graffiti-Galerie am Bauzaun

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Graffiti-Künstler Markus Janista am Bauzaun des Louisencenters.
Graffiti-Künstler Markus Janista am Bauzaun des Louisencenters. © FR/Schick

Während hinter dem Zaun die Bauarbeiten vorangehen, rücken davor die Künstler an. Den Auftakt macht Graffiti-Sprayer Markus Janista aus Oberursel. Von Klaus Nissen

Von Klaus Nissen

Die kälteste Vernissage des Jahres begann gestern Mittag am Bauzaun des Louisencenters in der Fußgängerzone. Die Kunstwerke sind noch nicht entstanden. Sie werden erst im Laufe der nächsten Monate auf die elf mannshohen Aluminium-Dibond-Verbundplatten gesprayt.

Den Anfang machte der Oberurseler Graffiti-Konzeptkünstler Markus Janista. Während das Premierenpublikum an Stehtischen belegte Brötchen aus dem Café Klatsch verzehrte, zeichnete der 30-Jährige die Konturen seines verschachtelten Künstlernamens Canista auf den Bauzaun. Nach den Ansprachen durfte dann Stadtrat Dieter Kraft die Spraydose schütteln und links unten violette Farbe aufbringen. Als Jugendlicher habe er hinter dem Kurhaus schon mal sowas gemacht - damals allerdings illegal, verriet der Grünen-Politiker.

Hilfe für MS-Kranke

Die ganze Aktion ist eine Idee von Ulla Maus. Sie wohnt zwei Häuser weiter. Der öde Zaun vor der Baustelle des Louisencenters sei eine ideale Fläche für Kunst, befand die ehemalige Lehrerin. Schon vor 20 Jahren beschäftigte sie sich mit ihren Schülern in der Gesamtschule am Gluckenstein mit Graffiti. Warum nicht auch hier? Die seit langem an Multipler Sklerose erkrankte Ulla Maus brachte das Bad Homburger Spielzeugversandhaus Livipur und Stadtrat Kraft dazu, gemeinsam die teuren Platten anzuschaffen. Neben Markus Janista und Marc Wittenborn wird Ulla Maus im Frühjahr weitere Graffiti-Künstler bitten, vor den Augen tausender Passanten Bilder zu sprayen. Im Herbst - wahrscheinlich beim Erntedankmarkt - werden sie dann versteigert. Der Erlös fließt der Deutschen Multiple-Sklerose-Stiftung zu. Und damit auch der Bad Homburger Selbsthilfegruppe SaMSon.

Der Fortschritt der Kunstwerke am Bauzaun soll bald auch auf der neuen Homepage www.livipur-spende.de zu beobachten sein.

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