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Glückwünsche für den Sieger

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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Gelöst: Hans-Georg Brum (rechts) hat gut lachen.
Gelöst: Hans-Georg Brum (rechts) hat gut lachen. © Michael Schick

Parteifreunde und Rivalen gratulieren Wahlsieger Hans-Georg Brum zu dritter Amtszeit. Das gute Ergebnis habe ihn persönlich sehr überrascht und gefreut, so Hans-Georg Brum.

Es war ein Wahlausgang, den viele Beobachter schon vorher so oder ähnlich vermutet hatten. Hans-Georg Brum hat die Bürgermeisterwahl gegen Stadtkämmerer Thorsten Schorr mit großer Mehrheit gewonnen. Von 15.956 der gültigen Stimmen entfielen 10.049 auf Brum, den Amtsinhaber der SPD. Ein klares Votum: Brum bleibt der Chef von Schorr, ist für weitere sechs Jahre als Bürgermeister von Oberursel gewählt.

Zu den allerersten Gratulanten gehörte am Wahlabend im Oberurseler Rathaus auch der Landrat des Hochtaunuskreises, Ulrich Krebs (CDU). „Hans-Georg Brum ist jetzt seit zwölf Jahren Bürgermeister in Oberursel. Das Wahlergebnis ist auch Ausdruck der von ihm geleisteten Arbeit“, so Krebs. Die Zusammenarbeit mit dem Oberurseler Bürgermeister sei gut und sei es auch in der Vergangenheit stets gewesen, sagte Krebs der Frankfurter Rundschau.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Schabedoth hatte gestern Gelegenheit, Brum zum Ergebnis zu gratulieren. Bei einer Jubiläumsfeier von Rolls-Royce in Oberursel begegneten sich beide auf dem Werksgelände an der Hohemarkstraße. „Das Resultat zeigt, dass er prima Arbeit geleistet hat“, so Hans-Joachim Schabedoth auf Anfrage zur Wahl. „Er ist einer unserer profiliertesten Bürgermeister in der Region.“ Es sei für einen Kommunalpolitiker ungemein wichtig, nicht nur „bei den eigenen Leuten anzukommen“, so Schabedoth, sondern die Bestätigung der Wähler zu bekommen. Das habe Brum überzeugend geschafft. Er sei der Richtige, wenn es darum gehe, Oberursel bei Themen wie der Stadtentwicklung voranzubringen.

Der Oberurseler SPD-Fraktionschef Eggert Winter konstatierte noch am Wahlabend, dass die von der CDU proklamierte Wechselstimmung beim Wähler nicht vorhanden sei. „Es gibt keinen Grund für einen Wechsel, bei zwölf Jahren positiver Entwicklung“, so der Sozialdemokrat Winter. „Das hier ist ein schöner Sieg, und es ist auch ein verdienter Sieg.“ In seiner Dankesrede hatte Brum Gabriele Hesse, die den Wahlkampf für ihn gemanagt hatte, ausdrücklich gelobt. Auch seinem „großen Unterstützerkreis“ dankte Brum. Worte zeigten aber auch Bitterkeit über die Anwürfe im Wahlkampf. Vieles werde schlecht geredet, er als Bürgermeister für vieles Negative zu Unrecht verantwortlich gemacht, etwa bei Facebook.

Unter anderem war dort die dichte Bebauung entlang der Hohemarkstraße kritisiert worden. Auch die Rodungen im Zuge mehrerer Bauprojekte wurden diskutiert, darunter der Neubau eines Behindertenwohnheimes am St.-Hedwigs-Weg direkt am Urselbach.

Nun, da die Wahl vorbei ist, werden Brum und Schorr wieder konstruktiv miteinander umgehen müssen. Brum sagte auf Anfrage der FR, man werde sich „zusammenreißen müssen“, um gemeinsam weiter für die Stadt zu wirken.

Sehr überrascht

Er selbst sei sich um 18 Uhr nicht sicher gewesen, dass es für einen Sieg reichen werde. Das gute Ergebnis habe ihn persönlich sehr überrascht und gefreut, so Hans-Georg Brum. „Eine Kommunalwahl hat immer eine ganz eigene Dynamik.“ Das sehe man auch jetzt beim ersten Wahlgang in Bad Homburg, dessen Verlauf so auch kaum jemand auf der Rechnung gehabt habe.

Im Jahr 2021, also nach Ablauf der dritten Amtszeit, sei für ihn als hauptamtlicher Bürgermeister Schluss: „Dann bin ich 66, da will ich mir eine solche Belastung nicht mehr antun.“

Dass die Wahlbeteiligung in Oberursel niedriger ausgefallen war als noch 2009, sieht Brum in der Europawahl begründet, die damals zugleich stattfand. Er verwies auch auf die Wahl in Gießen, bei der am 14. Juni nur gut 36 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten.

Wahlverlierer und Ortsparteichef Thorsten Schorr sowie der Fraktionsvorsitzende Jens Uhlig von der CDU blicken schon jetzt in Richtung der Kommunalwahl, die im März 2016 ansteht. Das Ergebnis könne der Union trotz des letztlich verlorenen Rennens in Oberursel Mut machen, sagen beide. Schon jetzt werde an einem Konzept dafür gefeilt. Ziel sei es , eine stabile Mehrheit unter CDU-Führung zu schaffen.

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