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Glückliche Oberurseler

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Der frisch sanierte Bahnhof in Oberursel - eine Visitenkarte für die Stadt.
Der frisch sanierte Bahnhof in Oberursel - eine Visitenkarte für die Stadt. © Michael Schick

Wie man einen schicken Bahnhof bekommt, das machen die Homburger und Oberurseler dem Rest des Rhein-Main-Gebiets vor. Beide Städte stecken Millionen in den Umbau der Gebäude. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Kann man einen alten Bahnhof überhaupt vor dem Verfall retten?

Durchaus. Die runderneuerten Stationen von Bad Homburg und Oberursel zeigen, dass es funktionieren kann.

Unter welchen Voraussetzungen?

Es gibt mehrere. Zuerst muss die Bahn bereit sein, sich von den verrottenden Immobilien zu lösen. Der Sandstein-Bahnhof von Bad Homburg wechselte 2007, genau 100 Jahre nach seinem Bau, in städtischen Besitz. Das 1901 erbaute Fachwerk-Bahnhofsgebäude im benachbarten Oberursel verkaufte die Bahn ebenfalls 2007 an die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt (Sewo).

Ein neuer Besitzer macht aber noch keinen neuen Bahnhof.

Stimmt. Es muss auch einen Anlass geben, viele Millionen Euro für den Umbau aufzubringen. In Oberursel war es der Zuschlag für den Hessentag 2011. Dem Magistrat war klar, dass ein vermodernder Bahnhof keine gute Visitenkarte für die täglich etwa 100.000 per Bahn anreisenden Besucher wäre. Mehr als fünf Millionen Euro zahlte die Stadt für die Erneuerung des Gebäudes, den Bau einer hellen Unterführung, für Aufzüge und Rampen. Mit einjähriger Verspätung werden gerade die Bahnsteige erhöht, damit Fahrgäste der Taunusbahn und der S-Bahn-Linie 5 leichter umsteigen können. Im Bahnhofsgebäude sind eine Bar, eine Tanzschule, eine Sprachschule für Kinder und ein türkischer Lebensmittelhändler eingezogen. Für die Bahnbenutzer gibt es saubere Toiletten.

Was bewog Bad Homburg zum Umbau?

Ein Teenager steckte den Bahnhof in der Nacht zum 4. Juli 2009 in Brand. Seitdem erreichen die täglich 19.000 Pendler nur durch einen Tunnel aus Spanplatten die Gleise. Die Stadt beauftragte dann bald Kurdirektor Ralf Wolter, den Bahnhof zu modernisieren. Rund 18 Millionen Euro darf er ausgeben. Momentan ist das riesige Gebäude eingerüstet. Selbst auf dem Dach turnen Handwerker herum. Im Sommer 2013 soll der Umbau fertig sein.

Warum sprechen die Bad Homburger vom Kulturbahnhof?

Weil im Obergeschoss ein „Kunst- und Kulturspeicher“ entsteht, in dem Ausstellungen oder Veranstaltungen mit 300 Gästen stattfinden können. Im Erdgeschoss wird links eine Ladengalerie öffnen, rechts ein Restaurant mit Wintergarten. Gebaut wird auch ein Fahrradparkhaus mit 130 Plätzen. Ein Nebengebäude soll später ein „Moove-and-Groove-Center“ mit Kino und Disco aufnehmen. (nes.)

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