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Die Filter von Infastaub werden in Bad Homburg produziert.

Infastaub in Bad Homburg

Geschäft mit Staubfängern

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Die Firma Infastaub produziert in Bad Homburg (Hochtaunus) seit einem halben Jahrhundert Filteranlagen für die Industrie.

„Wie ein Staubsauger in groß.“ So beschreibt Geschäftsführer Berthold Geppert in einfachen Worten das, worauf sich das Unternehmen Infastaub an der Ecke Urseler Straße/Niederstedter Weg spezialisiert hat. Eingesetzt werden die zum Teil hochkomplizierten Filteranlagen allerdings nicht im Haushalt, sondern in Betonmischwerken, Agrarsilos, der Pharmaindustrie, aber auch bei der Herstellung von Gummibärchen – eben überall da, wo Staub anfällt, der nicht an die Luft gelangen soll.

Denn das kann nicht nur umweltschädlich sein, sondern auch gefährlich werden. Selbst Mehl und Zucker könnten explodieren, wenn sie mit Sauerstoff und einem Zündfunken in Berührung kämen, erklärt Geppert.

Hauptkunden von Infastaub sind Maschinenbaufirmen, die die Filter in ihre Anlagen einbauen. Wobei sich das Unternehmen auf kleine und mittelgroße Systeme spezialisiert hat. Der kleinste Filter, Spitzname „Minion“, ist gerade einmal 51 Zentimeter hoch; der größte fülle immerhin ein Büro aus, beschreibt Berthold Geppert. Die ganz großen Anlagen, etwa für Kohlekraftwerke, überlässt Infastaub allerdings der Konkurrenz. „Die haben die Dimension von Mehrfamilienhäusern.“

In seinem Segment sei Infastaub deutschlandweit führend, sagt der Geschäftsführer selbstbewusst, verkauft werden die Filter aber auch international. Es gibt einen Vertrieb in Frankreich und eine Tochtergesellschaft in Russland. Produziert wird aber in Bad Homburg. Und das werde auch so bleiben, verspricht Geppert.

Auf ein halbes Jahrhundert Firmengeschichte kann Infastaub in diesem Jahr zurückblicken. Los ging es 1968 noch unter dem Namen „Alphastaub“ in Düsseldorf – in der Privatwohnung des Gründers Kraft-Dieter Kynast. Doch schon bald erfolgte der Umzug nach Bad Homburg, wohin Kynast familiäre Verbindungen hatte.

Bis 1970 stieg die Zahl der Mitarbeiter auf 22 an, die erste Fertigungshalle mit 500 Quadratmetern wurde angemietet. Doch nur wenige Monate später stand das Unternehmen plötzlich auf der Kippe, der Gründer war bei einem Unfall ums Leben gekommen.

Mit der Firma „Intensiv-Filter“ aus Velbert fand sich ein Käufer, der die Produktion fortführte und „Alphastaub“ in Infastaub umbenannte. Seit 1973 befindet sich das Unternehmen an seinem heutigen Standort. Schritt für Schritt wurden die Fertigungshallen und die Verwaltung ausgebaut.

15 Millionen Euro Umsatz erzielt Infastaub pro Jahr. Einen Verlust habe Infastaub noch nie verbucht, betont Geschäftsführer Geppert. Stolz ist der Maschinenbau-Ingenieur auch darauf, dass die Fluktuation in der Belegschaft gering ist. „Bei Infastaub kann man alt werden“, sagt der 57-Jährige, der selbst seit zwölf Jahren im Unternehmen ist. Die Mitarbeiter seien durchschnittlich 17, 18 Jahre im Betrieb, ergänzt Astrid Merkelbach, die für das Marketing zuständig ist.

Momentan sei man zwar gut besetzt. Allerdings spüre auch Infastaub den allgemeinen Fachkräftemangel, sagt Berthold Geppert. „Qualifizierte Mitarbeiter sind schwer zu finden.“ Das betreffe vor allem den Vertrieb und Servicetechniker, die die Infastaub-Filter bei den Kunden warten und im Notfall reparieren. Dabei seien diese besonders wichtig. Mit den meisten Kunden unterhalte man langjährige Geschäftsbeziehungen, sagt der Infastaub-Geschäftsführer. Da könne man nicht ständig wechselnde Mitarbeiter vorbeischicken.

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