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Die Villa Gans im ehemaligen Gewerkschaftspark zu Oberursel.
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Die Villa Gans im ehemaligen Gewerkschaftspark zu Oberursel.

Villa Gans

Gericht bremst Hotelpläne

Die Träume vom noblen Kongress-Hotel mit 120 Betten auf Vier-Sterne Niveau im ehemaligen Gewerkschaftspark in Oberursel haben einen neuen Dämpfer erhalten.

Von Jürgen Streicher

Die Igemet GmbH, Treuhandverwaltung der IG Metall, die das rund zehn Hektar große Gelände samt denkmalgeschützter Villa Gans 2006 erworben hat, habe keinen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Baugenehmigung, urteilte jetzt die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts Frankfurt. Die beabsichtigte Rekonstruktion der Villa verstoße gegen denkmalschutzrechtliche Vorschriften.

Ein „Trauerspiel“ nennt Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) das Gerangel um die Hotelpläne, weil ein für die Stadt wichtiges Investitionsprojekt blockiert werde. Das städtebauliche Konzept des Projekts mit Einbezug der historisch wertvollen Villa habe überzeugt, es sei die „schonendste Lösung“ gewesen. Ausgerechnet Brums Vorgänger als Bürgermeister, der damalige Staatssekretär Gerd Krämer (CDU), hatte im Januar 2010 die Weisung des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst unterschrieben, dass die Stadt den Bauantrag der Igemet ablehnen muss.

Nach langen Querelen mit dem Denkmalschutz und 30 vorgelegten Planvarianten wähnte sich die Igemet 2008 auf dem richtigen Weg, ein Projekt zu verwirklichen, das Oberursel immer gewollt hat. Damals hatte das Ministerium – den Wünschen des Investors folgend – die Bedenken der Denkmalschützer überstimmt. Im ersten Dissensverfahren gab es grünes Licht für die Bauvoranfrage. Minister Udo Corts (CDU) wertete den Willen zum Erhalt der historischen Villa in Kombination mit einem Neubau höher als die Bedenken des Denkmalschutzes.

Der folgende Bauantrag aus dem Sommer 2009 mit der Änderung, die Villa abzureißen, statisch aufzurüsten und rekonstruiert wieder aufzubauen, zeigte das Ende der Kompromissbereitschaft in Wiesbaden an. Er verkenne das „berechtigte öffentliche Interesse am Erhalt des Denkmals“, hieß es in der Ablehnung. Der positive Baubescheid habe keine Bindungswirkung, auf die denkmalschutzrechtliche Genehmigung könne sich die Igemet als Klägerin nicht berufen. Genehmigt wurde die Instandsetzung und Umgestaltung, nicht aber die Rekonstruktion nach Abriss.

Weiteres Vorgehen ungeklärt

Bei der Igemet hat Geschäftsführer Franz Julius Partes gestern die Hausjuristen einbestellt, um zu beraten, ob Revision beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof eingelegt wird. „Zu prüfen ist auch, ob es noch Sinn macht, das Projekt weiter zu verfolgen“, so Partes. Mit der Dorint-Hotelkette wurde bereits ein Nutzungsvertrag über 20 Jahre unterschrieben. Stutzig macht sowohl die Igemet als auch Brum ein Passus in der Begründung des Verwaltungsgerichts. Die Klägerin habe keine Angaben gemacht, warum die wirtschaftliche Belastung beim genehmigten Konzept „unzumutbar und damit unverhältnismäßig“ sei, heißt es. Genau darauf fußte aber die Umplanung aus Sicht der Igemet und der Stadt. Ohne eine statische Aufrüstung der Villa könne sie nicht als modernes Hotel mit wirtschaftlichem Nutzen umgebaut werden. Die Berufung kann innerhalb eines Monats beantragt werden.

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