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Weg mit den Geranien-Kästen

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Die Bärenkreuzung in Oberursel soll schöner werden.
Die Bärenkreuzung in Oberursel soll schöner werden. © FR/Schick

Planer Johannes Wolf will die Abbiegespur und die Geranien-Kästen von der zentralen Bärenkreuzung entfernen. Von Klaus Nissen

Von Klaus Nissen

In idyllischer Vorzeit lag an der Bärenkreuzung ein Biergarten. Gegenüber, an der Ecke Oberhöchstädter Straße und Vorstadt, stand das Gasthaus zum Bären. Seit Jahrzehnten ist es verschwunden. Der Biergarten wurde zum Autohaus mit Tiefgarage. Mittlerweile stehen hier Betonkübel mit Gebüsch an einer der zentralsten und hässlichsten Kreuzungen der Stadt. Das soll sich bis zum Hessentag 2011 ändern. Die Stadt investiert eine halbe Million Euro in den Übergang der Adenauerallee in die Fußgängerzone der Vorstadt. Die ersten Pläne zeigten am Donnerstagabend Arnold Richter von der Stadtverwaltung und Johannes Wolf vom Kronberger Planungsbüro Via Verde. Sie orientieren sich an Vorschlägen des Selbstständigenverbandes Fokus O.

Fußweg wird länger

Die Rechtsabbiegespur von der Adenauerallee in die Liebfrauenstraße soll verschwinden. Selbst im Berufsverkehr wird sie nur von 19 Fahrzeugen pro Stunde genutzt, so Arnold Richter beim Hearing im Rathaus. Der Verkehr könne problemlos links um die zentrale Platane herum geleitet werden. Auf dem gewonnenen Platz neben dem früheren Kaufhaus der Mitte verlängert die Stadt den parallel zur Adenauerallee vom Bahnhof her kommenden Fußweg bis kurz vor die Platane. Die Bus-Haltebucht auf der anderen Seite der Adenauerallee soll etwas größer werden. Der dahinter liegende dreieckige Bärenplatz bekommt eine neue Gestalt. Die gepflasterten Bodenwellen, die Hochbeete mit Gebüsch und Primeln kommen weg, kündigte Wolf an: "Es sind alles Relikte aus der Zeit des Betonformsteins. Entrümplung tut not."

Die Höhenunterschiede auf dem Platz will Wolf mit je zwei oder drei breiten Treppenstufen zur Oberhöchstädter Straße und den Läden überbrücken. Zentrum bleibt der Bärenbrunnen. Der gelbliche Stein mit den beiden Bronzebären wird ohne Sockel direkt auf den Boden des Beckens gelegt. So wirke er besser, glauben Wolf und Richter. Während entlang der Häuserfront drei Gleditschien-Bäume gepflanzt werden, umringen den Brunnen drei weißblühende Felsenbirnen, deren quadratische Pflanztröge mit Holz belegt als Sitzbänke nutzbar sind. Die anschließenden wellenförmigen Sitzbänke ohne Lehnen stießen bei den Anwohnern im Saal auf Kritik: "Da setz ich mich net ruff!" protestierte einer.

Der Autoverkehr an der Bärenkreuzung wird nach Fertigstellung der Weingärtenumgehung etwa 40 Prozent geringer, schätzt Stadtplaner Richter. Die Ampeln sollen sich automatisch nach dem Verkehr richten. Im Rathaus überlegt man, alle Fußgängerpassagen gleichzeitig auf Grün zu schalten. Ein Vorrang für Fußgänger sei aber nicht vorgesehen.

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