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Gerangel um den Feldberg

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Von: Olaf Velte

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Die Touristik-Pläne für den Großen Feldberg sind umstritten.
Die Touristik-Pläne für den Großen Feldberg sind umstritten. © Rolf Oeser

Sommerrodelbahn, Kulturturm, Partyzone – viele Event-Anbieter buhlen derzeit um den Großen Feldberg. Ob die Projekte auch der Region zugutekommen, steht zur Debatte. Über die touristische Entwicklung gehen die Meinungen auseinander. Gegner der Projekte befürchten Remmidemmi.

Sommerrodelbahn, Kulturturm, Partyzone – der Große Feldberg ist als Standort verschiedener Erlebniswelten derzeit gefragt. Noch sind keine Entscheidungen gefallen, noch behaupten Wanderfreunde und Ausflügler die naturschöne Szenerie. Der Wandel aber ist greifbar, die Begehrlichkeiten nehmen zu. Was soll werden auf dem höchsten Taunusgipfel? Die Planungen zur Rodelstrecke können als Testfall verstanden werden – hier scheiden sich derzeit die Geister.

Ob Investor Josef Wiegand am Nordhang des Feldbergs tatsächlich zum Zuge kommt, bewegt in diesen Tagen vornehmlich die Gemüter der Einwohner Schmittens. Bürgerinitiativen gegen das Projekt haben sich formiert, Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG) hat sich ablehnend geäußert, viele Parteimitglieder von CDU, UBB und FDP sehen das ganzjährig mögliche Abflitzen dagegen als Chance. Der Investor hat eine Belebung der lokalen Gastronomie und Wirtschaft versprochen, will aber beim Pachtgeld geizen und nicht alle anfallenden Kosten tragen.

Gegner des Projekts halten von den Versprechungen nichts, befürchten stattdessen Remmidemmi und Verkehrsprobleme. Weder, so die Meinungen, reiche der vorhandene Parkplatz aus, noch sei die An- und Abfahrtssituation ideal. Hohe Investitionen werden befürchtet.

Gemeinde profitiert nicht

Dass Wiegand eine eigene Rodelbahn-Lokalität installieren will, stößt ebenfalls auf Unmut. „Die Gemeinde profitiert von all dem nicht“, gab Bürgermeister Kinkel unlängst zu Protokoll. Eine Einschätzung, die Gertrud Stöckl, Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands Taunus, mit Blick auf das Usinger Land teilt. Eine Bahn am Nordhang habe keine Strahlkraft für das Umland – „gastronomisch konzentriert sich alles auf den Feldberg“. Mehr Potenzial berge zum Beispiel ein Baumwipfelpfad mit Anbindung des Weiltalweges. Oder organisierte Gepäcktransporte für Radwanderer.

Im hinteren Taunus herrsche Besorgnis, abgekoppelt zu werden. Noch gebe der Tagestourist hier den Takt vor, die Branche verändere sich aber: „Heute wollen die Leute ein Freizeit-Paket geschnürt bekommen.“ Stöckl sieht eine Teilung im Hochtaunuskreis. Während im vorderen Teil das Messegeschäft angesiedelt sei, kämpfe das Usinger Land im schwieriger werdenden Tagungsgeschäft. „Es ist gut, wenn sich etwas bewegt – eine Sommerrodelbahn am Feldberg bringt uns aber nichts.“

Daniela Pompe begrüßt die Pläne: „Das Projekt würde die Region beleben.“ Nach Ansicht der Geschäftsführerin des Taunus Touristik Service lassen sich Naturgenuss und Event-Angebote durchaus vereinbaren: „Das Miteinander kann gelenkt werden.“ Es sei doch erfreulich, welches Interesse die Feldbergregion hervorrufe. „Etwas anderes anzubieten, ist gut.“ Natürlich müsse eine Lösung für die Verkehrssituation gefunden werden – der Einsatz von Shuttle-Bussen könne eine Alternative zum Pkw sein.

An Kosten werde sich der Hochtaunuskreis nicht beteiligen, sagt Sprecher Markus Koob. Die Parkplatzkapazität reiche aus und für die Zufahrtsstraße sei der Bund zuständig.

„Ich begrüße alles, was den Taunus belebt“, so Landrat Ulrich Krebs zur touristischen Entwicklung. Letzten Endes müsse die Entscheidung aber in Schmitten getroffen werden.

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