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Gefährliches Eis

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Von: Olaf Velte

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Fürs Rodeln reicht der Schnee im Taunus.
Fürs Rodeln reicht der Schnee im Taunus. © Müller

Am Großen Feldberg warnt die Bergwacht vor dem Rodeln. Die Abfahrten sind vereist, auch Fußgänger sollten Vorsicht walten lassen. Von Olaf Velte

Miriam Rohnfelder rät vom Schlittenfahren ab. "Derzeit sind die Abfahrten alle vereist", sagt die Bereichsleiterin der DRK- Bergwacht Hessen. Nicht nur Rodelunfälle gehören derzeit zum Tagesgeschäft auf dem Großen Feldberg, auch die Spaziergänger bewegen sich auf tückischem Grund. "Wir brauchen jetzt eine gehörige Portion Neuschnee auf den Eisplatten." Sie rechnet mit verstärkten Einsätzen auch an den Wochentagen, die bislang weitgehend unfallfrei waren.

An den Wochenenden, wenn sich Tausende auf dem Hausberg der Rhein-Main-Region tummeln, ist die Bergwacht-Station mit mindestens fünf Helfern besetzt, auch ein Rettungswagen steht auf dem Plateau bereit. Während das Weihnachts-Wochenende von "Frakturen aller Art" geprägt war, beherrschten Kopfverletzungen die Szenerie am vergangenen Samstag und Sonntag. Mehrmals mussten die Bergwächter mit dem Rettungsschlitten ausrücken, um Verletzte aus unwegsamem Gebiet zu bergen.

An den Wochentagen ist die Station nicht besetzt, die Rotkreuzler in Oberursel sind aber in Alarmbereitschaft. "Die Kollegen sind binnen weniger Minuten ausgerückt", sagt Rohnfelder. Die meisten Stürze ereignen sich nach ihren Erfahrungen am Nachmittag - "kurz vor Dunkelheit".

Wulf Baltruschat und Holger Fend, die mit ihren Familien den gestrigen Wintertag auf dem Feldberg verbrachten, kennen das Gelände gut. Auch den beiden Hofheimern steht der Sinn nicht nach einer Rodelpartie. "Auf dem Eis hat man keine Kontrolle mehr." Unter normalen Bedingungen sei die Schlittenfahrt hinunter zum Fuchstanz ein einziger Spaß, jetzt liege jedoch zu wenig Schnee.

In schneereichen Jahren sei man sogar schon bis nach Königstein abgefahren - und mit dem Bus wieder retour auf den Gipfel gekommen. Wulf Baltruschat: "Früher waren wir hier sogar nachts mit dem Schlitten unterwegs." Zur Mittagsstunde treffen viele Kinder und Jugendliche ein. Gelächter erfüllt die minus sieben Grad kalte Luft. Schon trudeln die ersten Plastikteller und Holzrodel übers Eis.

Eine sanft geschwungene Abfahrt zieht Richtung Teufelsquartier in den Wald, auch hier leuchtet es eisig durch das festgetrampelte Weiß. Nahe der Piste liegt ein zerbrochener Schlitten - kein schöner Anblick.

Im Feldberghof herrscht derweil Hochbetrieb. Eine Damenriege, bewaffnet mit Walkingstöcken, sucht freie Plätze, am Ecktisch vergnügt sich das "Ski-Chaos Team Stierstadt".

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