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Tanz mir den Hasen - „Nightlife“ vom Niederländer Henk Visch.
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Tanz mir den Hasen - „Nightlife“ vom Niederländer Henk Visch.

Blickachsen-Schau

Ein ganz heißer Kultursommer

Bad Homburg ist ab sofort ein hochkarätiger Publikumsmagnet für Kunstfreunde aus aus aller Welt. Die Skulpturenschau "Blickachsen 8" ist eröffnet - und zeigt erstmals Werke auch in Eschborn, Darmstadt und Frankfurt.

Von Martina Propson-Hauck

"Hessen is hot this summer.“ Jan Teeuwisse hatte mit diesem Satz am Sonntagmittag bei der Eröffnung der Blickachsen 8 auf dem trotz sengender Sonne mit Hunderten von Menschen gefüllten Schmuckplatz die Lacher auf seiner Seite. Während allen der Schweiß vom Rücken in die Schuhe lief, Ameisen luftige Sandalen erklommen und die (natürlich sandalenlosen) wirklichen Damen der Bad Homburger Gesellschaft elegant-ausladende Hüte trugen, um ein wenig Schatten zu haben, sprach der Direktor des Museums Beelden aan Zee in Den Haag natürlich von der heißen und hochkarätigen Skulpturenkunst, die Blickachsen 8 in diesem Sommer vier Monate lang zu einem hochkarätigen Publikumsmagneten machen wird.

Ein rührendes Ensemble, fast eine lebende Skulptur, boten die 12 Künstler und zwei Künstlerinnen, die zur Eröffnung angereist waren und sich als „Künstler zum Anfassen und Ansprechen“ um Galerist Christian Scheffel gruppierten. Manche von ganz fern, wie Masayuki Koorida aus Shanghai und Sui Jianguo aus Peking, andere hatten es etwas näher, wie Sebastian Kuhn aus Nürnberg.

25 Künstler, 64 Kunstwerke, vier Ausstellungsorte (außer Bad Homburg sind diesmal noch Eschborn, Darmstadt und Frankfurt beteiligt) machen die Blickachsen 8 zu einer „Documenta der Skulpturen im Rhein-Main-Gebiet“, wie Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei, bei der Eröffnung betonte. Wobei die Blickachsen die 100 Tage der documenta um 33 Tage in der Dauer toppen, denn sie sind bis zum 3. Oktober zu sehen.

Umsonst und draußen im herrlichsten Ambiente von Kur- und Schlosspark kann man sich hochkarätigen Führungen anschließen oder mit Hilfe eines Faltblattes allein auf Kunsterkundungstour begeben. Von den Mao-Jacken im Schlosspark, dem schwimmenden Himmelbett auf dem dortigen Weiher, über einen geknickten marmornen Riesenphallus, die blaue Kanone, das gelbe Auto um die Kastanie gewickelt, das Riesenbein oder den Pop-Art Bunny mit Glitzerauge ist hier so viel Kunst auf kleiner Fläche zu bestaunen, dass man auf kurzer Strecke einen Querschnitt von Kunstrichtungen des gesamten 20. und 21. Jahrhunderts sieht. Der jüngste Künstler, der Franzose Vincent Olinet mit seinem Himmelbett, ist gerade 30 Jahre alt geworden, die älteste, Magdalena Abakanowicz, bereits 80.

Und auch wenn die Blickachsen mittlerweile weit in die Region ausstrahlen und bei der Eröffnung sehr viel von Metropolregion und Urbanität, Europa und der Welt die Rede war, so bleibt die Keimzelle und das Zentrum dennoch Bad Homburg. Denn vom hiesigen Kurpark aus, so hat auch der niederländische Museumsdirektor Teeuwisse schnell gelernt, haben nicht nur Golf, Tennis und Glücksspiel sie Welt erobert, sondern auch Scheffel und die Blickachsen. Die Bad Homburger werden in den nächsten Monaten wohl sehr viel Besuch von kunstliebenden Freunden bekommen.

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