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Galerist kauft Jakobskirche

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Von: Miriam Keilbach

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Die Jakobskirche wurde jahrelang als Turnhalle genutzt.
Die Jakobskirche wurde jahrelang als Turnhalle genutzt. © Michael Schick

Erst Kirche, dann Turnhalle, jetzt Galerie: So ist zumindest der Plan des Galeristen Christian Scheffel. Er will die Jakobskirche in Zukunft für Skulpturenausstellungen nutzen.

Aus einer Turnhalle werde eine Galerie – so ist der Plan für die Jakobskirche. Gestern gab Galerist Christian Scheffel bekannt, dass er der Käufer der denkmalgeschützten Kirche in der Dorotheenstraße ist, die in den vergangenen 107 Jahren als Turnhalle genutzt wurde. Scheffel möchte sie künftig für Skulpturenausstellungen nutzen. Monatelang machte die Stadt und der bisherige Eigentümer, die Homburger Turngemeinde (HTG), ein Geheimnis um den geplanten Käufer. Bekannt war nur, dass die Räume künftig für Kunstausstellungen genutzt werden sollen.

Scheffel, der bereits eine Galerie in der Ferdinandstraße hat, will die Jakobskirche als zweiten Ausstellungsort nutzen. „Ich habe einen Innenraum gesucht, auf dem ich großformatige Skulpturen ausstellen kann“, sagte er der FR. Als eine Ergänzung zum bisherigen Angebot bezeichnete Kulturdezernentin Beate Fleige (BLB) das Vorhaben Scheffels.

Fleige hatte schon vor zwei Jahren als Ziel ausgegeben, aus der Jakobskirche eine Kultureinrichtung zu machen. Als klar war, dass die Stadt die Kirche nicht kauft, vermittelte sie den Kontakt zwischen Scheffel und der HTG. Scheffel sei schon länger an einem zweiten Ausstellungsort interessiert gewesen. 500 000 Euro investierte er in den Kauf.

Bevor allerdings Kunstausstellungen in die Kirche ziehen, muss sie restauriert werden. Die Jakobskirche ist zu Beginn des 18. Jahrhunderts erbaut worden und stark sanierungsbedürftig. Seit 1905 nutzte die HTG die Kirche als Sportstätte, seit Herbst 2012 steht sie leer. Der Architekt Dietmar Schäfer wird sich um die Bauarbeiten kümmern. „Ich warte auf die Genehmigung für den Bauantrag“, sagt Scheffel. „Wenn es nach mir geht, soll alles so schnell wie möglich fertig sein.“ In diesem Jahr werde es allerdings noch keine Ausstellung geben.

Christian Scheffel ist in Bad Homburg nicht unbekannt: Neben seiner Galerie in der Ferdinandstraße tritt er auch als Gründer und Initiator der Skulpturenbiennale „Blickachsen“ auf. Die neunte Auflage der Ausstellung, die vor allem im Kurpark und im Schlosspark zu sehen ist, findet vom 26. Mai bis 6. Oktober statt.

„Durch den Eigentümer- und Nutzungswechsel wird nun eines der wichtigsten kulturhistorischen Denkmäler in unmittelbarer Nähe zum Schloss wieder öffentlich zugänglich gemacht“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung von Scheffel. „Und die Kirche als Veranstaltungsort wird die Kulturmeile im historischen Zentrum ergänzen.“

Die Stadt möchte die Dorotheenstraße im Mai offiziell zur Kulturmeile machen. Dort befinden sich das Sinclair-Haus, die Stadtbibliothek, Kirchen und das Schloss. Damit gibt es mit der Jakobskirche künftig drei Ausstellungsorte. Alle Einrichtungen sollen unter dem Dach Kulturmeile gebündelt werden.

Die Stadt plant am Pfingstmontag ein Fest, um den Fokus auf die kulturelle Kompetenz dort zu richten. Laut Fleige ist zudem ein Logo entwickelt worden. „Dort steht ein Denkmal neben dem anderen, teilweise sind es auch Wohnhäuser“, sagt Fleige. Das wolle man ins Bewusstsein rücken.

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