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Tierische Helfer im Krankenhaus

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Von: Olaf Velte

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Ein Zusammentreffen, das allen Freude macht: Elisabeth Zickmann und ihr Hund Niro im Waldkrankenhaus Köppern.
Ein Zusammentreffen, das allen Freude macht: Elisabeth Zickmann und ihr Hund Niro im Waldkrankenhaus Köppern. © Monika Müller

Im Waldkrankenhaus Köppern bekommen die Demenzkranken künftig regelmäßig Besuch von Herr - oder Frau - und Hund. Diese sogenannte tiergestützte Therapie wird bisher in Deutschland kaum angewendet.

Noch Tage später sei zu spüren, wie belebend die Begegnung mit den Hunden gewirkt habe. Sagt Damian Bednorz, Vorsitzender des Freundeskreises Waldkrankenhaus Köppern. Gerade hat er mit Elisabeth Zickmann und Sandra Mößler die regelmäßigen Tierbesuche vertraglich unter Dach und Fach gebracht. Künftig werden Mischlingshündin Sandy, Border Collie Niro und Kaninchen Bobby die Demenzkranken der Station 6 zwei Mal im Monat erfreuen.

Die sogenannte tiergestützte Therapie wird in Deutschland kaum angewendet. „Das steckt bei uns noch in den Kinderschuhen“, so der Ärztliche Direktor des Waldkrankenhauses Gerald Schiller. Eine Klinik in Bonn arbeite seit Jahren mit guten Ergebnissen, doch gebe es kaum Publikationen zum Thema.

Die ersten Versuche in Köppern seien vielversprechend verlaufen. So reagieren auch die älteren Menschen im Aufenthaltsraum von Station 6 sofort auf die Anwesenheit der Vierbeiner – Nähe wird gesucht, Streicheln und lebhafte Ansprache. Alles geschieht ganz zwanglos, aus dem Gefühl heraus. „Durch die Hunde finden die Patienten eher aus ihrer Isolation, viele öffnen sich und erzählen aus ihrem Leben“, sagt Elisabeth Zickmann, die im vergangenen Mai mit Sandra Mößler und ihrer Mutter Evelyne „Die Tierbrücke“ gegründet hat. Die Sozialpädagoginnen arbeiten schon einige Jahre mit Kranken und Behinderten, nennen 39 Tiere ihr eigen.

Außer den Hunden finden sich in Weilrod noch sieben Pferde, drei Esel, Ziegen und Schafe. Mit den Pferden wird die Arbeit der Grävenwiesbacher Behindertenhilfe unterstützt, auch auf Schulen und Kindergärten soll das Angebot ausgeweitet werden. „Wir bieten Besuchsdienste, kommen mit unseren Hunden auch zu Bettlägerigen.“ Schwierig seien jedoch die Verhandlungen mit den jeweiligen Kostenträgern. „Für viele ist das absolutes Neuland“, sagt Mößler. Im kommenden Frühjahr sei ein Tierbegegnungstag im Waldkrankenhaus geplant.

Gerald Schiller möchte die besondere Begegnung auch den depressiven Patienten möglich machen, denkbar sei der Einsatz geschulter Mitarbeiter und eigener Hunde. „Wir wollen das hier auf breitere Füße stellen.“ Um die Kranken offener für Mitmenschen und Gesellschaft zu machen, braucht es Geduld und Zeit. Die Tiere helfen dabei. Das lässt sich der Freundeskreis 1600 Euro im Jahr kosten. „Ohne Spenden geht es nicht“, sagt Bednorz mit Blick auf die vielfältigen Aktivitäten.

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