Stadtentwicklung

Schwimmbad-Lärm in Friedrichsdorf im Griff

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Das Warten hat ein Ende. Auf dem Altglände der Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf kann bald ein Wohnquartier für 260 Menschen entstehen.

Vor sieben Jahren sind Schüler und Lehrer in den Neubau der Philipp-Reis-Schule umgezogen. Seitdem liegt das frühere Gelände der Friedrichsdorfer Gesamtschule am Hohen Weg brach, die Gebäude gammeln vor sich hin.

Doch damit dürfte es bald ein Ende haben. Immerhin haben die Stadtverordneten nun die bislang größte Hürde für den geplanten Bau von rund 100 Wohneinheiten beiseitegeräumt. Nach langem Hin und Her hat das Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit den nötigen Bebauungsplan samt städtebaulichem Vertrag mit dem Investor BPD Immobilienentwicklung beschlossen.

Als kniffligste Frage hatte sich lange der Lärmschutz erwiesen. Denn das neue Wohnquartier grenzt direkt an das Friedrichsdorfer Freibad. Pläne, direkt am Kinderbecken eine 50 Meter lange und acht Meter hohe Wand zu errichten, hatten für viel Aufregung und Kopfschütteln weit über Friedrichsdorf hinaus gesorgt.

Als Glücksfall erwies sich eine Gesetzesänderung auf Bundesebene. Die neuen Lärmschutzvorgaben für Sportanlagen sind nicht mehr so rigide wie die alten. „Das hat uns in die Karten gespielt“, sagt der Leiter der Stadtplanung Ulrich Nützel.

Dennoch habe es immer noch rund ein Jahr gedauert, bis Investor und Stadt die Lösung für den Lärmschutz ausgetüftelt hatten. Eine Mauer sei nun gar nicht mehr vorgesehen, betont Nützel. Dafür werden sich in den direkt an das Freibad grenzenden Gebäuden manche Fenster nicht öffnen lassen. Außerdem sollen verglaste Balkone und Loggien den Schall reduzieren.

Der Immobilienentwickler BPD möchte auf dem Areal am Hohen Weg ein Wohnquartier für bis zu 260 Menschen errichten. Vorgesehen ist ein Mix aus freistehenden Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und Geschosswohnungsbauten. Die Abrissgenehmigung sei schon erteilt, sagte die Projektverantwortliche Feodora Wolff auf Anfrage der FR. Derzeit laufe noch eine Untersuchung in Sachen Artenschutz. Ansonsten hielt sie sich noch bedeckt, Genaueres zu dem Bauvorhaben will das Unternehmen in den kommenden Wochen mitteilen.

Die Stadt habe jedenfalls ein großes Interesse, dass die Bagger bald rollen, sagt Ulrich Nützel. Zum einen seien die heruntergekommenen Schulgebäude kein schöner Anblick. Zum anderen könne Friedrichsdorf neue Wohnungen gut gebrauchen. Sozialwohnungen werden allerdings keine entstehen. Als der Investor das Gelände 2015 gekauft hat, sei die Lage auf dem Wohnungsmarkt noch entspannter gewesen, hatte Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) das im Parlament begründet.

Ohnehin war die Stadt nicht Eigentümer des alten Philipp-Reis-Areals, sondern der Hochtaunuskreis. Der kann nun für den Verkauf des 33 000 Quadratmeter großen Grundstücks 9,8 Millionen Euro verbuchen.

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