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Schnelles Netz in gut einem Jahr

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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Neue Glasfaserkabel müssen verlegt werden.
Neue Glasfaserkabel müssen verlegt werden. © Götz Nawroth

In etwas mehr als einem Jahr werden 23.000 Haushalte in Bad Homburg und Friedrichsdorf mit schnellem VDSL versorgt. Die Telekom bezahlt den Ausbau.

Die Telekom macht nun ernst mit ihrer Breitband-Offensive: Im gesamten Vorwahlbereich 06172 sollen in etwas mehr als einem Jahr 23.000 Haushalte mit schnellem VDSL versorgt werden. Das haben die Städte Friedrichsdorf und Bad Homburg gestern mit der Telekom vereinbart. Die Kosten dafür trägt der Konzern. Er war zuvor bereits mit Oberursel eine entsprechende Vereinbarung eingegangen.

Mit VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) sind Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde möglich, wie Volker Ackermann sagt. Er zeichnet bei der Telekom für die kommunale Breitbandentwicklung verantwortlich.

Mit einem Vectoring genannten Verfahren sollen später sogar bis zu 100 Megabit erreicht werden. Der technische Aufwand dafür ist hoch: Die Telekom verlegt rund 130 Kilometer Glasfaser-Leitungen neu, rund 150 Verteilerkästen sollen neu errichtet oder für die neue Technik aufgerüstet werden.

Anders als beim teureren FTTH-Verfahren („Fibre to the Home“) werden beim VDSL keine Glasfaserleitungen in den Häusern oder Wohnungen der Kunden verlegt: Vom Verteilerkasten auf der Straße laufen die letzten Meter über ganz gewöhnliche Kupferkabel. Die letztendlich erzielte Geschwindigkeit hänge daher vor allem von der Entfernung eines Haushaltes zum nächsten Verteiler ab, sagt Ackermann.

Erste Kunden haben FTTH-Technik

Sowohl Friedrichsdorf als auch Bad Homburg versprechen sich von dem Breitbandinternet echte Standortvorteile. Bad Homburgs Bürgermeister Karl Heinz Krug (SPD) geht sogar noch weiter: „Breitband-Internet ist fast eine solch wichtige Infrastrukturaufgabe wie Strom, Wasser und Gas.“

Die Telekom als Netzbetreiber sei daher gefordert, die ländlichen Gebiete nicht aus dem Blick zu verlieren und auch kleinere Gemeinden im Hochtaunuskreis an das schnelle Netz anzubinden, betont Bürgermeister Krug. Die Vertreter der Telekom hielten dem entgegen, es gebe schon jetzt konkrete Planungen für VDSL an den Standorten Usingen, Wehrheim und Neu-Anspach. Ein VDSL-Vertrag soll dabei nicht wesentlich teurer sein als beim herkömmlichen DSL, das je nach Angebot Daten mit bis zu 16 Mbit pro Sekunde übertragen kann. Für Kunden buchbar soll das VDSL spätestens im ersten Quartal 2015 sein.

In den größeren Städten im Kreisgebiet gehen derzeit auch schon die ersten Kunden mit der FTTH-Technik online. In Bad Homburg sind dafür künftig 12 600 Haushalte gerüstet, in Friedrichsdorf sind es gut 7000, in Oberursel 5500 Haushalte. Die Telekom vertreibt dieses Produkt unter dem Namen Giganetz. Es verspricht Datenraten, die noch deutlich höher liegen als bei der VDSL-Technik. Wegen der vergleichsweise hohen Ausbaukosten wird FTTH bietet es der Ex-Monopolist ausschließlich in Ballungsgebieten an, wo mit vielen Kunden zu rechnen ist. Die müssen dann monatlich tiefer in die Tasche greifen als für eine DSL-Verbindung. Sind dafür dann aber am Puls der Zeit.

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